N E U : 21. März 2019      


Link oder Leben fährt nach Hause.


Das Mittwochtraining steht in Laufen.


Auf der Startseite steht eine neue Geschichte.


Laufen hat den Langen Lauf.


Schuhe gibt es in Link oder Leben.


Link oder Leben kocht.


In Schreiben steht eine neue Geschichte.


Messer in Barcelona. Schaut mal auf Laufen...


      

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.      




Satt, zufrieden und glücklich.

 

In einer Welt, die sich so schnell dreht, dass man oft glaubt, man könne herunterfallen, sind solche Momente selten. Ich fühle mich leicht, ungebunden, von innen heraus warm, satt und zufrieden. Jeder Knochen in meinem Leib vibriert auf angenehme Art und Weise. Meine Füße haben sich komplett selbständig gemacht und mein Mund singt lauthals alte Lieder mit. Irgendwie verrückt und doch ganz nah dran am glücklich sein. Ich liebe diese Momente und weiß, dass man sie nicht einfangen kann. Sie sind viel zu selten. Man muss sie suchen und mit ein bisschen Glück findet man sie. So wie heute Abend…

 

Als ich in Hannover die Autotür öffnen will, reißt sie mir der Wind fast aus der Hand. Waltraud wartet bereits und wir fallen uns kurz und, in diesem Moment im wahrsten Sinne des Wortes, stürmisch in die Arme. Kathrin schließt sich an und Sekunden später flüchten wir ins Innere des Wagens. Wir sind zum zweiten Mal innerhalb von sieben Tagen in Hannover. Letzte Woche waren wir auf dem Moritz Krämer Konzert. Heute geht es zu Kevin Hamanns ClickClickDecker. Vor zehn Jahren war ich mit Udo auf einem Konzert der Band in Kassel. Der Abend war phantastisch und wir hoffen, dass wir das heute, Jahre später, noch einmal hinbekommen.

 

Wir fahren zum Schwarzen Bären, erwischen sogar einen Parkplatz, und treffen dort Udo. Auch hier ist die Begrüßung herzlich und die Vorfreude auf das Konzert liegt geradezu greifbar in der Luft. Udo hat uns  zu einer persischen Pizza eingeladen. Ich habe zwar keine Ahnung, was das ist, aber als wir zehn Minuten später in einer kleinen Pinte an einem alten Holztisch sitzen und eine dampfende, sehr gut riechende Pizza auf einem Holzteller vor uns stehen haben, bin ich schwer begeistert. Udo unterhält den gesamten Laden mit seinem Wissen über Filme, Serien und irgendwelche Podcasts. Das hat er drauf. Am Nebentisch sitzt ein Vater mit seiner kleinen Tochter und liest ihr ein Buch vor. Rührend. Das Essen ist eine Wucht und wir lachen und reden, bis kurz vor Konzertbeginn. Dann rauschen wir ab ins Lux.

 

Der Laden ist voll, aber wir bekommen noch locker einen Platz vorn an der Bühne. Vorab spielt das Ein-Mann-Projekt Petula. Ein bisschen verhuscht, aber ganz nett. Vor allem die Bässe der Songs gefallen mir. Auf der Bühne steht eine Menge Elektronik. Für einen alten Konzertgänger wie mich, hat sich da einiges geändert. Eine halbe Stunde später spazieren ClickClickDecker auf die Bühne. Kevin Hamann ist ein Typ, wie ich ihn im Musikbusiness bisher nur selten erlebt habe. Der junge Mann verströmt den Charme eines kleinen Bankangestellten, den man nie und nimmer für einen Musiker halten würde. Wenn er dann aber loslegt, stellt man schnell fest, dass man es mit einem absoluten Vollblutmusiker zu tun hat, der nicht nur brillante Texte schreibt, sondern zudem auch noch ein Virtuose auf der Gitarre ist.


 

Von der ersten Sekunde an brennt der Saal. Das Publikum ist hungrig auf diese Musik, die geradeaus direkt nach vorn geht und jedes Hindernis im Handstreich wegzuräumen scheint. Textsicher wird mitgesungen, mit den Füßen gestampft, gejubelt und geschrien. Die Euphorie des Publikums erreicht die Band innerhalb von Minuten. Es ist ein Genuss, jemanden spielen zu sehen und zu hören, der augenscheinlich eine diebische Freude daran hat, sein Publikum zu unterhalten. Es passt einfach alles. Vor mir tanzt Waltraud, Kathrin wiegt sich neben mir im Takt und mein kritischer Sohn, der direkt hinter mir steht, macht ein sehr zufriedenes Gesicht. Das gefällt mir. Mir selbst geht es unverschämt gut. Ich denke zurück an den Abend vor zehn Jahren und weiß, dass es genau dieselben Gefühle waren, die mich damals so warm, glücklich und zufrieden stimmten wie heute. Als ob man ein altes Programm reaktivieren würde oder per Knopfdruck eine Zeitreise startet. Die Musik hat die richtige, ziemlich hohe, Lautstärke. Die Bässe wummern und ordnen dabei mein Innenleben komplett neu. Ich bin drin, dabei, voll und ganz. Kevin Hamann, in alten Turnschuhen, einer ziemlich abgetragenen Jeans und einem Grabbeltisch-Shirt verwandelt sich auf der Bühne vom „Bankangestellten“ in einen Musik-Maniac. Alles tobt und schreit und singt und ich merke, wie aus Minuten Sekunden und aus Stunden Minuten werden. Wenn mich etwas mitnimmt und begeistert, rast die Zeit im Schnelldurchlauf durchs Leben. Ich tauche ganz tief ein in diese Momente, die mich satt, zufrieden und glücklich sein lassen. Das Leben ist kurz. Für Abende wie diesen, werden Minuten in Geschenkpapier eingepackt und vergoldet. Ich nehme jede einzelne dankbar entgegen.

 

Ich weiß nicht, wie das bei Ihnen ist, aber ich fühle mich gern gut. Das sollte normal sein… ich weiß, aber schauen sie sich doch mal um. Wir leben zwischen Millionen von Sauertöpfen. Frauen und Männern, die gern meckern, sich jedes noch so kleine Negativum aussuchen, um den Tag an den Pranger zu stellen. Jammern ist in. Sich mal so richtig auszulassen, wie Scheiße alles ist und wie schwer man es hat. Ich klappe da meistens die Ohren zu. Es gibt tatsächlich jede Menge Leid auf der Welt, aber halt nicht nur. Ich bewundere Menschen, die es wirklich schwer haben und doch jeden schönen Moment erkennen und genießen können. Für diejenigen, denen es eigentlich gut geht, aber die ständig mehr und mehr haben wollen, habe ich nur noch ein Schulterzucken übrig.

 

Jetzt, ganz genau hier, fühle ich mich phantastisch. Ich nehme Kathrins Hand und zusammen tanzen und singen wir vor der Bühne. Danach schüttele ich Waltrauds Schultern von hinten durch und sie erschreckt sich nicht schlecht. Nach der dritten Zugabe schnappe ich mir meinen Sohn und falle ihm um den Hals. Mir scheißegal, wie alt er schon ist. Da muss er jetzt durch. Ich schließe meine Freude nicht mehr in einen dunklen Keller ein, wo ich sie mir in einer stillen Stunde mal anschauen darf. Nein, sie will raus. Ans Licht. Sie will spielen und Spaß haben. Wer will das nicht?

 

Als wir wieder auf der Straße stehen und der Wind uns um die Ohren pfeift sehe ich jede Menge glückliche Gesichter. Ich hoffe inbrünstig, dass jeder Künstler weiß, welche Macht er in den Händen hält. Andere Menschen glücklich zu machen ist ein Zauber, für den es als Magier eigentlich schon einen Gandalf braucht. Aber mit ein paar Noten, Gesang und Musik bekommt man es auch hin; wenn man es kann.

 

Wir lassen Waltraud bei ihrem Wagen raus und umarmen uns noch einmal. Das waren Stunden, die man im Leben nicht missen möchte. Zusammen verbracht sind sie drei Mal so viel Wert, als wäre man allein gewesen. Auch das muss man erst lernen. Wieder hebt uns der Wind fast von den Füßen, doch das spüren wir jetzt kaum.

 

Eine Viertelstunde später fahre ich durch die Nacht nach Hause. Kathrin ist neben mir eingenickt und lächelt im Schlaf. Die Lichtfinger der Scheinwerfer zerschneiden die einsame Dunkelheit und ich fühle mich hinter dem Lenkrad noch immer satt, zufrieden und glücklich…



Thomas Knackstedt         



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