N E U : 16. November 2019      


Laufen war bei der Winterlaufserie in Holzminden.


Vom Wiedereinstieg berichtet Link oder Leben.


Link oder Leben hat das Mittwochtraining.


Schreiben hat einen neuen Text für Euch.


Laufen hat eine lange Premiere.


Laufen schaut nach vorn.


Link oder Leben berichet noch einmal über unseren "Neuen."


Die Startseite hat eine neue Geschichte für Euch.


     

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.      



 

Coffee to Go.



Ich bin kein Freund dieser neumodischen Dinge. Über Kaffee zum Mitnehmen könnten wir noch reden, aber wieso muss es Coffee to Go heißen? Bin ich Brite? Na ja, die Sache mit der Sprache gefällt mir auch nicht. Wir nutzen nur noch wenige Prozent der Wörter, Redewendungen und Begriffe, die unsere Sprache hergibt. Wenn ich in meinem Job Handys auswerte höre ich immer öfter Sätze wie: „Komme Stadt, muss noch Hund, Stunde, Marktplatz.“ Früher hätte das gehießen: „Ich komme in einer Stunde in die Stadt. Zum Marktplatz. Ich muss vorher noch den Hund rauslassen.“ Aber heute sind das viel zu viele Worte. Wir leben in einer kurzen, schnellen Welt.


Das Einzige was ich an Coffee to Go mag, ist der Kaffee. Ich stehe nämlich auf Kaffee. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass ich Mario sage: „Du, fahr da mal rechts ran zu Burger King. Ich gebe einen Kaffee aus. Den können wir auf der Autobahn trinken.“ Schließlich hatten wir bisher einen ganz guten Tag hinter uns gebracht. Festnahme eines Dealers, Vorführung beim Haftrichter und Einlieferung in die Justizvollzugsanstalt. Da darf man sich auf der Rückfahrt schon mal was gönnen.


Im Fond des Streifenwagens sitzt Praktikant Stefan. Der freut sich, weil er nämlich genau so gern Kaffee trinkt wie ich.


Mario fährt auf den Parkplatz der Burgerschmiede und wir kaufen den Kaffee ein. Trinken kann man den noch nicht. Der Kaffee von Burger King und McDonalds hat nämlich die Eigenschaft, dass er, wenn man ihn sofort trinkt,  einem das Gaumendach ablöst. Verbrennungen dritten Grades sind da vorprogrammiert.  Also kommen die beiden Kaffeebecher von Mario und mir in die Mittelkonsole des Wagens. Der Kunststoffbecher mit dem aufgepfropften Deckel braucht seine Zeit, um abzukühlen. Stefan hält seinen Becher in der Hand. In ungefähr zehn Minuten wird man den ersten Schluck nehmen können, ohne Schaden an der Gesundheit zu erleiden.


Genau diese zehn Minuten später rauschen wir über die Autobahn. Der Tacho zeigt mal gerade 120 km/h an. Mario lässt es langsam angehen. Er greift zu seinem Kaffeebecher und hebt ihn von der Konsole an. Kurz bevor der Becher seinen Mund erreicht, rutscht der Deckel ab und der Inhalt des Bechers ergießt sich über Marios Bauch und die Oberschenkel. Was dann passiert, ist filmreif.


Wer geglaubt hat, dass der Kaffee sich schon abgekühlt hat, wird eines Besseren belehrt. Marios Gesicht verzieht sich in Sekundenschnelle zu einer schmerzvollen Grimasse, dann stößt er einen lauten Schmerzensschrei aus. Seine rechte Hand fährt Richtung Hose und versucht da etwas wegzuwischen, was sich schon lange durch die Jeans und die Unterhose bis auf die nackte Haut vorgearbeitet hat. Marios linke Hand umkrampft das Lenkrad und zittert wie ein Lämmerschwanz.



Ich greife mit meiner linken Hand zum Lenkrad und versuche den Wagen in der Spur zu halten. Mario arbeitet mit seiner linken Hand irgendwie dagegen. „Schalt die Warnblinkanlage an!“ rufe ich ihm zu. Darauf reagiert er sofort. Er hört mit dem nutzlosen Wischen auf seiner Hose auf und drückt den Knopf der Warnblinkanlage. Marios Fuß ist schon lange runter vom Gas und wir fahren vielleicht noch 70. Die anderen Wagen fliegen geradezu an uns vorbei. „Auf die Standspur“ rufe ich laut. „Los!“ Mario lässt endlich das Lenkrad locker und wir fahren, jeder von uns mit einer Hand am Steuer, auf den Standstreifen. Gott sei Dank ist der nächste Parkplatz nur 1000 Meter entfernt. Glückssache. Wir eiern dorthin und Mario lässt noch immer den ein oder anderen Schmerzenslaut vernehmen. Ich spüre die Schweißtropfen auf meiner Stirn erst, als wir auf dem Parkplatz zum Stillstand gekommen sind.


Jetzt ist eine Bestandsaufnahme angesagt. Mario verschwindet kurz und begutachtet, ob sich seine Haut noch am Körper befindet, oder vom heißen Kaffee davongespült wurde. Ich greife in meinen Einsatzkoffer und schnappe mir die Rolle blaue Säcke, die ich immer dabei habe. Der Fahrersitz ist klatschnass und wir haben noch 60 Kilometer bis nach Hause. Da ist ein blauer Sack ein Geschenk des Himmels.


Als Mario wieder am Wagen erscheint, sieht er schon besser aus. Die Haut ist fies gerötet, aber Brandblasen oder andere Verletzungen sind nicht erkennbar. Glück gehabt. Den Rest der Rückfahrt darf Stefan ans Steuer. Auf den blauen Sack. Mario ist von dem Schock noch immer sichtbar angefasst. Verständlich.


Als wir am nächsten Morgen auf der Dienststelle am Frühstückstisch sitzen hat die Geschichte schon die Runde gemacht. Ich gieße mir einen Kaffee aus der Maschine ein und schaue zu Mario. „Wie sieht es aus, Junge? Willst du auch einen Kaffee? Soll ich ihn die Tasse machen oder dir über die Hose schütten?“ Ich habe die Lacher auf meiner Seite. Mario zählt auch zu ihnen. Man muss halt allen Dingen irgendwie eine positive Seite abgewinnen, selbst wenn es nur ein Witz auf Kosten anderer ist…

  


Thomas Knackstedt

 


Allgemeine Datenschutzerklärung

    

Durch die Nutzung unserer Website erklären Sie sich mit der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Daten gemäß der nachfolgenden Beschreibung einverstanden. Unsere Website kann grundsätzlich ohne Registrierung besucht werden. Dabei werden Daten wie beispielsweise aufgerufene Seiten bzw. Namen der abgerufenen Datei, Datum und Uhrzeit zu statistischen Zwecken auf dem Server gespeichert, ohne dass diese Daten unmittelbar auf Ihre Person bezogen werden. Personenbezogene Daten, insbesondere Name, Adresse oder E-Mail-Adresse werden soweit möglich auf freiwilliger Basis erhoben. Ohne Ihre Einwilligung erfolgt keine Weitergabe der Daten an Dritte.


 

 

Impressum: Thomas Knackstedt, Deutschland,  31073 Delligsen, Hainbergstraße 2.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

01104712