N E U : 26. September 2016       


In Schreiben steht eine neue Geschichte.


Einen Wettkampfbericht gibt es in Laufen.


Laufen bringt den Langen Lauf vom Wochenende.


Link oder Leben hat Inseltraining für Euch.


Auf der Startseite gibt es eine Geschichte.


Laufen zeigt mal was ganz anderes.


Link oder Leben hat einen kleinen Wettkampfbericht.


Einen Musiktipp gibt es in Link oder Leben.

 

      

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.  
 

 

  

Thomas Knackstedt       

 

 

Norden


Es gibt nicht viele Orte auf der Welt, an denen man wildfremde Menschen ansprechen kann und Sekunden später in ein Gespräch vertieft ist. Das hängt eigentlich auch nicht mit den Orten zusammen, sondern mit den Menschen. Aber ich kann ihnen versichern: Es gibt Orte, da sind genau diese Menschen zu finden. Solche Typen, die wir uns immer wünschen. Tolerant, unvoreingenommen, mit Gerechtigkeitssinn, nicht weltfremd, durchgreifend, freundlich und souverän. Menschen die so sind, wie wir es immer sein wollen. Im Laufe meines Lebens habe ich einige solcher Orte gefunden; die meisten davon im Norden.



Wenn ich Anfang März auf Helgoland in eine Kneipe komme, passiert etwas, das ich von zu Hause nicht kenne. Ich stapfe durch den Regen, den mir orkanartiger Wind von vorn direkt ins Gesicht schleudert. Es ist unangenehm feucht und kalt. Erst als ich die Tür der Kneipe schließe, fühle ich mich sicher. Die warme, behagliche Atmosphäre der Gaststätte nimmt mich auf. Ich sehe fünf Tische und einen Tresen in dem Laden. An einem Tisch sitzen fünf Männer, der Rest der Tische ist leer. Ich gehe auf die Männer zu und frage, ob noch ein Platz frei ist. Aber da hat schon einer einen Stuhl zurecht geschoben und ich setze mich. Eine halbe Stunde später weiß ich wie die Typen heißen, was sie arbeiten, wovon sie träumen und welche Musik, Schriftsteller und Filme sie mögen. Von mir wissen sie das übrigens auch. Das ist doch außergewöhnlich, oder? Heute, in dieser „Ich sitze allein und tippe auf meinem Smartphone herum-Zeit“ glaubt mir das doch kein Schwein. Doch ich versichere ihnen: Es ist genau so.


Wenn wir auf Neuwerk drei Tage Urlaub machen und mit uns, in der spärlich gebuchten Herbst-Reisezeit, acht weitere Menschen in der Pension untergebracht sind, dann wissen wir am ersten Abend, wer diese Menschen sind. Wir haben mit jedem von Ihnen gesprochen und ein paar kleine Nettigkeiten ausgetauscht. Wir haben die Emailadressen gewechselt, um uns ein paar Fotos zuzusenden und natürlich die besten Urlaubstipps ausgetauscht. So erfahren wir von Orten, die praktisch nur auf uns warten, obwohl wir das selbst niemals wussten. Verrückt, oder? Wir haben mit diesen Informationen später schon ein paar Urlaubstage verbracht, die wir nie vergessen werden.


Mag sein, dass der Norden langweilig ist. Dass dort nicht viel passiert. Das man morgens zuschaut, wie sich die Sonne aus dem Meer quält und tagsüber Millionen von Vögeln scheinbar planlos am Himmel herum kreisen. Das nur der Wind beständig ist und der einem fast immer die gleiche Geschichte erzählt. Das alles, bis die Sonne am Abend wieder ins Wasser plumpst, und sich einen Tag später alles wiederholt.


Mag aber auch sein, dass der Norden Magie hat. Dass ich fest daran glaube, dass dieser rote Sonnenball nur aus dem Wasser steigt, um von mir gesehen zu werden. Dass da all diese gefiederten Kamikazepiloten ihre Kunststücke für mich und meinesgleichen vorführen. Das der Wind Tausende von Geschichten erzählen kann, die er aufgeschnappt hat, in jedem Teil der Welt, über den er geweht ist. Vor allem aber, dass dieser glühend rote strahlende Eisenklumpen am Abend nur im Meer versinkt, um ein atemberaubendes Schauspiel von Farben und Figuren in den Himmel und auf das Wasser zu malen.


Ich sitze jedenfalls mit der Liebe meines Lebens auf einem kleinen, hölzernen Bootsanleger und wir schauen uns ganz genau diesen roten Ball an. Im Norden, wo sonst. Keine Berge, die einem die Sicht versperren, keine Touristen, die ihr endloses Gequatsche in die Luft entlassen. Nur wir, die Sonne, das Meer, der Wind, das Geschrei der Vögel und ihre Hand, die in meiner liegt. Verdammt, es könnte sehr viel schlechter sein.



Nachdem der Ozean den Sonnenball verschluckt hat, gehen wir in die kleine Inselkneipe. Da stehen eine Menge Tische leer, aber an einem sitzen ein paar Gestalten und unterhalten sich lebhaft über ihre Biere hinweg. Wir werden uns dazu setzen. Genau so macht man das hier im Norden…


Thomas Knackstedt 

 

 

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