N E U : 23. Januar 2017      


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Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.  
 

 

  

Thomas Knackstedt       

 

 

Hier gibt es heute eine Geschichte über das Laufen, die mir Rainer Sänger zugesandt hat. Sie passt sehr schön zum derzeitigen Wetter.


     

Leuchtend weißer abendlicher Lauf am Kemnader See bei Bochum


Die weiße Pracht empfängt mich mit stiller Sorgfalt. Jeder Weg, jeder Busch, sogar das Wasser ist verborgen, oder verschwunden? Alt bekanntes erscheint mir wie eine fremde, ferne Welt irgendwo im Norden.

Es ist Abend und noch immer ist die dunkle Luft erfüllt von schweren Flocken, die gemächlich und in stiller Eintracht aus den tiefen Wolken fallen. Das Auge stellt sich abwechselnd auf die fernen und auf die nahen Flocken ein. Aller Raum ist erfüllt von ihnen.


Frisch sinke ich in den trockenen Schnee bis zu den Waden und befürchte einen nassen Lauf. Ich höre nur meinen Atem und das leise Knirschen meiner Schritte im Pulverschnee. Selbst die angrenzende Autobahn ist verstummt. Nur ein paar schleichende Lichtkegel der Scheinwerfer sind zu ahnen.


Der Schnee empfängt mich weich und leise. Fast federnd laufe ich los. Das sonst hörbare „schlapp schlapp schlapp“ meiner Schritte ist jetzt ein fast zartes „sach sach sach“.


So manche Runde lief um diesen See. Wege, Wind und Wellen sind mir gut bekannt. Doch heute ist es anders. Als ob ich unbekanntes Länd beträte laufe ich auf jungfräulichem Schnee. Keine Spur vom üblichen Treiben der Menschen. Heute Abend bin ich der erste und entdecke alte Pfade neu.


Meine Beine sind gut, zum Glück. Denn der Schnee fordert seinen Tribut. Gerne komme ich dem nach und setze jeden Schritt mit passender Kraft. Es macht Freude mich von meinem sichtbaren Atem tragen zu lassen. An den Füßen höre ich: sach sach sach.


Die Landschaft öffnet sich ebenmäßig, alles ist weiß. Der See, die Wiesen und Wege fließen ineinander. Die Bäume links und der steile Hang rechts sagen mir, hier ist mein Weg.



Im sanften, gleichmäßigen Rückenwind läuft es sich leicht und genüsslich. Einmal bleibe ich stehen und schaue zurück, woher ich komme. Die Flocken kühlen jetzt mein Gesicht. Eine Spur ist zu sehen. Dort hinten an der Kurve beginnend, in leichter Schlängellinie, die Fußspitzen leicht nach außen, endet sie, ich blicke nach unten, direkt an meinen Füßen.

Nach unten und zurück blickend sehe ich Bilder und Gedanken meiner Jugend vor mir: die lange mühevolle Schulzeit, das verwirrende Studium und die vielen Jobs und Arbeiten, die mich prägten. Jeder Stapfen im Schnee ein Erlebnis. Jedem Schritt folgt der nächste Schritt, unweigerlich. Aus dem einen erwächst das Nächste. Ich bin nicht stehen geblieben. Nein. Meine Spur ist deutlich zu erkennen. Und so soll es weitergehen.

Als ich den Blick wieder nach vorn richte, weiß ich, daß ich auch dort, wo noch nichts zu erkennen ist, gleich meine Spur hinterlassen haben werde. Wie schön.

Weiter geht`s: sach sach sach…


Der Schneefall nimmt etwas zu. Mir ist warm geworden und mein Laufschritt geht fantastisch. Die Schneeflocken haben im Wind die gleiche Geschwindigkeit wie ich, fliegen neben mir, mit mir und sinken sachte nach unten. Die Landschaft bewegt sich an mir vorbei, aber die Flocken stehen förmlich still um mich herum. Meine kleinen Kristallbrüder begleiten mich, schmelzen sanft auf Stirn und Nase oder verschwinden abrupt auf dem weißen Teppich.


Sach sach sach …


Von Zeit zu Zeit versuchen meine Augen einzelne Flocken zu erfassen, stellen sich ein auf kurze Entfernung, verfolgen die besonders weißen und verlieren sie am hellen Boden. So gleite ich dahin und folge meinen Weg, falle aus dem Himmel in die Welt wie meine kleinen weißen Brüder, erfülle meine Aufgabe, um dann später, ganz wie sie, aufzugehen im großen Ganzen.


Sach sach sach …


Gleich hinter dem Wehr beginnt der Rückweg, und mit ihm der Gegenwind.


Sofort werde ich weiß von vorn. Wie viele Flocken unterwegs sind, spüre ich nun besonders. Ich blinzele durch die Flocken auf meinen Wimpern und hoffe, den unsichtbaren Weg zu treffen. Trotz dieser lustigen Blindheit ist mir warm und ich bin glücklich ob dieses wunderbar prickelnden Erlebnisses. Ein Schneemann joggt, wer hätte das gedacht.


Im Windschatten der Autobahn überquere ich noch ein Mal die Ruhr. Durch die Ritzen der Holzbohlen sehe ich den dunkelgrünen Fluss unter mir ruhig und geheimnisvoll in den weißen See gleiten. Wässrig-modrig duftet sie zu mir nach oben. Schon viele Winter kamen und gingen an ihren Ufern. Sie fließt kalt, so wie es ist. Ich fließe laufend mit.


Beglückt aber auch traurig sehe ich da vorn dem Ende der Runde entgegen. So schön war es. Eine zweite Runde könnte ich aber nicht. Und wenn doch, würde ich einer Spur begegnen, die Fußspitzen leicht nach außen, und mich spielerisch fragen: „Wer das wohl war? Irgendwie hat „er“ die gleiche Schrittlänge … …“

  

 

 

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