N E U :  28. Juli 2014           

 

Unter Schreiben steht eine neue Geschichte.

 

In Laufen findet ihr einen Kurzbericht über den Lauf in Willershausen und das Sonntag-Training.

 

Unten auf der Startseite gibt es eine Entschuldigung(und gleichzeitig den Nachschlag zur Radtour nach Berlin).

 

Das Mittwochtraining findet ihr unter Laufen.

 

Der Bericht über die Berlinfahrt ist jetzt komplett. Schaut mal unter Link oder Leben nach... 

 

In Schreiben gibt es eine neue Geschichte.

 

      

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.  
 

 

 

 Thomas Knackstedt

 

  

Sorry

 

Da habe ich mir zwei Tage lang, im wahrsten Sinne des Wortes, den Arsch aufgerissen, und jetzt das! Zusammen mit meinem Freund Moritz bin ich von Delligsen nach Berlin gefahren; mit dem Rad. 340 Kilometer und einen wunden Hintern später wollte ich dann gemütlich und bequem mit der Deutschen Bahn nach Hause fahren. Das Rad wollte ich mitnehmen. Aber da ging der Ärger schon los.

 

Ich bin nicht mehr der Jüngste, doch mit dem PC komme ich trotzdem noch einigermaßen klar. Auf dem Online-Ticket-Portal einen Fahrschein plus Radmitnahme von Berlin nach Alfeld zu buchen überstieg allerdings meine geistige Kapazität. Ich hatte mich über die Radmitnahme ins Portal geklickt, bekam dort drei Züge angezeigt, die mich und mein Rad mit in die Heimat nehmen sollten und wurde jedes Mal, kurz vor dem Ende der Buchung, mit dem rot geschriebenen Hinweis: „Es tut uns leid. Wir können die Radmitnahme in diesem Zug leider nicht garantieren“ wieder aus dem Vorgang geworfen. Nach einer Stunde sinnlos vergeudeter wertvoller Lebenszeit gab ich es auf. Bleibt der Drahtesel halt in Berlin und ich nehme ihn nächstes Mal mit dem Auto mit. Mist!

 

Die Radfahrt war traumhaft schön, aber jetzt brauche ich doch ein wenig Entspannung. Ich freue mich auf die Bahnfahrt. Ich fahre vielleicht ein Mal in 10 Jahren mit der Bahn, da darf man sich auch mal freuen. Draußen ist es affenheiß und als ich in den Berliner Hauptbahnhof schlappe, umfängt mich angenehme kühle Luft. Da mein Ticket, aus welchem Grund auch immer, keinen Hinweis enthält, von welchem Gleis mein ICE abfährt, muss ich zunächst einmal an den Info-Stand. Der Bahnbeamte schaut auf mein Ticket, schenkt mir ein Lächeln, sagt: „Tiefbahnhof. Gleis 8.“ und weg bin ich. Na das ging ja flott.

 

Im Tiefbahnhof angekommen schaue ich auf die Zuganzeige. 10:32 Uhr. Wunderbar. Da habe ich noch eine Viertelstunde Zeit. Ich setze mich neben einen älteren Herrn, der in der Zeitung liest und hole mein Buch heraus. Nach fünf Minuten höre ich eine Lautsprecherdurchsage.

„Sehr verehrte Damen und Herren, wir bitten um Entschuldigung. Es tut uns leid ihnen mitteilen zu müssen, dass der ICE auf Gleis 8 wegen Bereitstellungsproblemen 30 Minuten Verspätung hat. Sorry...“ Dann kommt der ganze Spruch noch einmal auf englisch. Ich schaue auf mein Ticket. Sehe mir die Zeiten der Anschlusszüge in Hildesheim und Nordstemmen an und weiß: Die kriege ich nicht mehr. Na prima!

Neben mir flucht der ältere Herr und ich frage ihn, was ihn so ärgert. Er rückt seine Brille zurecht und sagt: „Diese Bereitstellungsprobleme haben mit Gleisbauarbeiten im Osten der Stadt zu tun. Die dauern schon fast ein Jahr. Das wissen die Herren der Bahn genau und der Zug hat jedes Wochenende diese Verspätung. Nur wird das nicht in den Fahrplan aufgenommen, sondern man lässt uns in dem Glauben, dass der Zug pünktlich ist. Ich will nach Basel und meine Anschlusszüge kann ich jetzt alle knicken. Es ist zum kotzen.“

Klare Worte, denke ich. Als Bahn-Laie lasse ich mir noch dies und das von dem Herrn erklären, der augenscheinlich ein DB-Experte ist.

 

 

Irgendwann kommt der Zug tatsächlich. Allerdings nicht auf Gleis 8, sondern auf Gleis 7. Na ja, da wollen wir mal nicht pingelig sein. Ich habe Pech und muss einmal ganz den Steig hinunter laufen, um meinen Wagen zu erreichen. Dafür kann die Bahn natürlich nichts. Ich steige ein und stehe in einem prall gefüllten Gang, in dem sich die Menschen stauen und nichts mehr geht. Alle starren hilflos auf die Sitzplatz-Reservierungsanzeige und staunen. Da werden alle möglichen Städte angezeigt, aber kein Ort, den der Zug anfahren würde. Während wir noch stehen, setzt sich der Zug in Bewegung und eine überaus angenehme, weibliche Lautsprecherstimme sagt: „Sehr verehrte Damen und Herren, wir bitten um Entschuldigung. Es tut uns leid, ihnen mitteilen zu müssen, dass die elektronische Sitzplatz-Reservierungsanzeige defekt ist. Machen sie bitte die Plätze für Reisende mit den Sitzplatznummern auf ihrem Ticket frei. Sorry...“ Und das Ganze noch mal auf englisch. Der Wahnsinn. Aber diese Stimme, die ist wirklich sexy.

 

Fünf Minuten später sitze ich auf meinem reservierten Platz. Entweder bin ich in den letzten Jahren viel größer geworden oder die Bahnabteile kleiner. Es ist eng in dem Sechser-Abteil. Da ich nur zwei Stunden meiner Lebenszeit hier verbringen will, blende ich das aus.

 

Mitten in Brandenburg bleibt der Zug stehen. Durch das Zugfenster sehe ich eine wunderschöne, einsame Landschaft vor uns liegen. Aber deswegen muss man ja nicht gleich anhalten, oder? Noch während ich über unseren Stopp nachdenke, ertönt die sexy Stimme wieder: „Sehr verehrte Damen und Herren, wir bitten um Entschuldigung. Es tut uns leid, aber wegen eines technischen Defekts haben wir einen halt auf freier Strecke. Nach Behebung des Problems geht es gleich weiter. Sorry...“ Sie wissen schon. Während der unfreiwilligen Pause erscheint der Schaffner und kontrolliert die Tickets. Wenigstens das scheint zu klappen.

 

Tatsächlich kommen wir irgendwann in Hildesheim an. Ja, mein Anschlusszug ist schon lange weg. Aber ich finde einen netten Bahnbeamten. Der sagt mir: „Kein Problem. Der nächste Zug nach Nordstemmen kommt in 40 Minuten. Den nehmen sie. Dann 5 Minuten Aufenthalt in Nordstemmen, umsteigen in den Zug nach Alfeld und schwupps, sind sie zu Hause.“ Das macht mir Mut. Ein Super Typ war das...

 

Der Regionalzug kommt tatsächlich zur versprochenen Zeit in Nordstemmen an. Im Zug wird mein Ticket zum zweiten Mal kontrolliert. Da passen die Jungs echt auf. Ich schlendere zum Bahnsteig 2 und hocke mich um 13:48 Uhr auf die Wartebank. Meine Augen haben die Zuganzeige im Visier. Um 13:52 Uhr soll mein Zug kommen. Perfektes Timing. Ich lehne mich entspannt zurück, als die Lautsprecheranlage piepend zum Leben erwacht: „Sehr verehrte Damen und Herren, wir  bitten um Entschuldigung. Der Zug aus Hannover in Richtung Göttingen ist leider wegen technischer Probleme komplett ausgefallen. Der nächste Zug in Richtung Göttingen wird in 60 Minuten erwartet. Sorry...“ Ich glaube es nicht! Jetzt, ganz genau in dieser Sekunde, ist meine Geduld erschöpft und meine Toleranzgrenze auf Null gesunken. Was für ein Sch...Verein!

Ich hole mein Handy heraus und rufe meinen Sohn an. „Tu mir einen Gefallen und hol mich bitte vom Bahnhof Nordstemmen ab. Ansonsten passiert ein Unglück. Ich drehe durch.“

Mein Sohn fragt nicht nach, sagt zu und ich gehe nach draußen, um mich dort an eine Bushaltestelle zu setzen. Ich lese mein Buch zu Ende und versuche die Geschichte locker zu sehen. Doch das ist nicht einfach. Okay, die Lautsprecherstimme im Zug war ziemlich sexy, aber das war es dann auch. Ansonsten war die Wahl der Deutschen Bahn als Transporteur für meine Rückfahrt eine einzige Katastrophe. Jetzt muss ich auch noch pinkeln und natürlich gibt es auf dem Bahnhof keine Toiletten. Es wäre ja auch zu schön gewesen. Gut; dafür wird die Bahn jetzt mit ihrem Grundstück herhalten müssen...

 

 

Am nächsten Tag sitze ich vor dem Rechner, um eine Rückforderung meines Fahrpreises einzufordern. Da gibt es ein Formular, da muss man ziemlich viele Sachen ausfüllen. Ich versuche mich durch das Beamtendeutsch zu lavieren und scheitere nach wenigen Minuten kläglich. Ich merke, Gott sei Dank, noch früh genug, dass ich gerade schon wieder dabei bin kostbare Lebenszeit zu verschwenden. Nein; das regele ich anders.

Ich beame mich aus der Website der Bahn heraus und starte das Schreibprogramm meines Rechners. Ich werde eine Geschichte schreiben. Das ist einfacher, als irgendwelche Formulare eines Dienstleisters auszufüllen, der diesen Namen nicht verdient.  

 

In Zukunft, falls ich mal wieder mit der Deutschen Bahn fahren soll, werde ich dann sagen: „Sehr verehrte Damen und Herren, ich bitte sie um Entschuldigung. Aber ich muss leider ablehnen. Wenn ich mit dem Fahrrad problemloser von Alfeld nach Berlin fahren kann, als mit der Bahn von Berlin nach Alfeld, dann würde ich auf ihre Dienste in Zukunft liebend gern verzichten. Sorry...“ Ob ich das dann noch mit der Übersetzung hinbekomme, wage ich zu bezweifeln, aber schauen wir mal. Was ich noch bräuchte, wäre jemand, der diese Ansage dann über Lautsprecher spricht. Am besten jemanden mit einer sexy Stimme...

 

 

Thomas Knackstedt 

 

 

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