N E U :  22. Oktober 2014           

 

Das Mittwochtraining steht unter Laufen.

 

Unter Schreiben findet ihr einen neuen Text.

 

Die ersten Infos zum Magdeburg Marathon stehen auf Marathon.

 

Auf der Startseite gibt es einen neuen Text.

 

Glückwunsch! Carola ist Deutsche Meisterin im Marathonlauf in der W45! Zeit: 2:54 Stunden! Neunte Frau gesamt! Die Pressemitteilung findet ihr unter Marathon.

 

PREMIERE: In Schreiben gibt es das erste Mal auf Textlauf WERBUNG.

 

Laufen bringt den Pressebericht zu Jörns Niedersachsen-Meisterschaft im Marathon.

      

      

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.  
 

 

 

 Thomas Knackstedt

  

 

Hedelfingen

 

Woran denke ich zurück, wenn ich diesen Namen höre? Da brauche ich nicht lange nachzudenken, die Wellen der Erinnerung überschwemmen den Strand meines Denkens mit einer Vielfalt von Eindrücken, die ich in meinem Leben nicht missen möchte.

 

Anna die, 16 Jahre alt, allein in die große Stadt zieht. Während sie mit Kathrin davonfährt stehe ich heulend im Türrahmen. Es sollte in den folgenden Tagen nicht bei diesen Tränen bleiben. Es tat so verdammt weh und ich war überhaupt nicht vorbereitet…

 

Zwar hatte „unsere Kleine“ auch Heimweh, aber die ersten Rückmeldungen waren positiv. Das beruhigte mich. Wir machten uns auf den Weg zum ersten Besuch. Schnell war zu merken, dass die Stadt und Anna zusammen passten, aber sie nicht völlig glücklich war.

 

Das änderte sich erst, als wir mit unserer alten Karre und einem riesigen Anhänger durch die Stadt fuhren. Wir karrten Annas Klamotten quer durch die Häuserschluchten. Dabei verströmten wir den Charme eines bulgarischen Wanderzirkus. Der CD Player lief auf voller Lautstärke und Tori Amos Stimme brandete durch den Wagen. Dann kam das Schild. Hedelfingen. Das war das erste Mal, dass ich mit diesem Namen konfrontiert wurde. Im Westermann Haus lieferte ich Anna ab. Mir war klar, dass eine neue WG nich automatisch neues Glück bedeutete, aber genau so kam es.

 

Ich denke oft an meine ersten Besuche. Annas Zimmer, das aussah wie eine Müllhalde für Klamotten und Krimskrams. Hätte Kathrin das gesehen… ich bin mir nicht sicher, wie das ausgegangen wäre. Ich schaffte auf dem Fußboden mit meinen Füßen Platz und schlief göttlich. Ich wollte nur in Annas Nähe sein, der Rest war mir scheißegal.

 

 

Wenn ich kam, wurde mir jedes Mal vor Augen geführt, was das Wort Gastfreundschaft in seinem eigentlichen Sinne bedeutet. Okay, Olli war ziemlich schräg. Wenn man Nachts wach wird, weil der Typ um 24 Uhr ein warmes Bad nahm, war das schon gewöhnungsbedürftig. Gestört hat mich das aber nie. Auch wenn Anna und ich am Tisch saßen und auf einmal zum Mittelpunkt des Interesses eines schwulen Männerpaares wurden, fand ich das extrem vergnüglich. Ich werde den tuntig formulierten Satz aus dem Mund eines Milchbubis „Ach, wenn ich in ein Geschäft gehe, weiß ich nie, was ich kaufen soll“ niemals vergessen. Die Zimmertür habe ich in dieser Nacht trotzdem abgeschlossen.  

 

Es gab Abende mit Wein, Bier, Musik und allem, was das Leben lebenswert machte. Dazu gehörten drei Dinge, die eins verband: Ein A! Das waren Petra, Galina und Anna. Ich weiß nicht, aber ich glaube, die drei haben nie mitbekommen, was sie für ein verdammtes Glück hatten. Bei Dreien ist normalerweise immer einer zuviel. Doch es gibt Ausnahmen…

 

Es waren nicht nur Galinas Klebezettel an der Wand, oder Petras unglaubliche Anziehungskraft auf die Hauskatzen, die mich bei diesen beiden Mädels beeindruckte. Vielmehr lebten sie „ihr“ Leben. Das zu beobachten hat mir immer Spaß gemacht.


Wenn wir Morgens in der Küche saßen, über Gott und die Welt quatschten, oder mittags, jeder mit einem Löffel in der Hand, über eine große Schale Schokopudding herfielen, dann fühlte ich mich verdammt lebendig.  

 

 

Ich lernte endlich, was es heißt, zu warten, bis man ins Badezimmer darf. Und wenn Galina nebst Freundin einen Discobesuch vorbereitete, konnte Warten zur Aufgabe werden. Als Belohnung gab es hinterher einen Parfumcocktail zu schnuppern, der einzigartig war.

 

Ob es Sushi nebenan gab, oder die selbst geschlachtete Mettwurst mit dem Kampfmesser in grobe Kanten geschnitten wurde, die Stimmung war immer gut. Allein das ist, im Zusammenleben mehrerer Menschen, schon ein Wunder. Man muss es nur erkennen.

 

Ich habe es leider nie geschafft, Galina zu einem gemeinsamen Lauf zu überreden. Wer weiß, vielleicht ist sie ja doch ein echtes Sporttalent. Auch mit Petra hätte ich gern noch ein paar Tassen Kaffee am Frühstückstisch getrunken und einfach nur gequatscht. Ich hätte Anna noch öfter im Arm halten können; aber irgendwie wollte sie das auch nicht mehr…

 

Doch die Zeit schreitet unaufhörlich voran. Egal wie gut oder schlecht es Dir geht. Die Zeit hat niemals Zeit auf einen zu warten. Wenn Du es nicht schaffst, diese wunderbaren Momente in Deiner Erinnerung zu speichern, bist du ein armer Tropf.  

 

 

Irgendwann wurde der Anhänger wieder vollgepackt. Dieses Mal habe ich nicht geweint. Man wird nicht nur älter, sondern auch leidensfähiger. Es ging nach Berlin. Seitdem schlägt ein Teil meines Herzens in dieser Stadt.

 

Ich freue mich heute noch, wenn ich Anna höre, die mir von einem Stuttgartbesuch erzählt. In jedem ihrer Worte spüre ich, wie sehr die Verbundenheit zu ihren „alten“ Freundinnen noch besteht. Und wer weiß… vielleicht sieht man sich noch einmal wieder. Auch das wäre nicht selbstverständlich. Aber bei diesem Trio will ich mich da lieber nicht festlegen…   

 

 

Thomas Knackstedt 

 

  

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