N E U :  24. Oktober 2014           

 

Auf der Startseite steht ein neuer Text.

 

Aus Marathon wird wieder Link oder Leben. Dort findet ihr einen Buchtipp und ein paar traurige Worte...

 

Das Mittwochtraining steht unter Laufen.

 

Unter Schreiben findet ihr einen neuen Text.

   

PREMIERE: In Schreiben gibt es das erste Mal auf Textlauf WERBUNG.

 

Laufen bringt den Pressebericht zu Jörns Niedersachsen-Meisterschaft im Marathon.

      

      

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.  
 

 

 

 Thomas Knackstedt

  

 

Berlin von hinten...

 

… könnte man so sagen. Mir kam das jedenfalls spontan in den Sinn, nachdem ich mit Moritz die Nordhälfte des Berliner Mauerwegs auf dem Rad abgefahren bin. Wir wollten das schon vor einiger Zeit machen, aber meine Schulter wollte nicht aufs Rad. Jetzt will mein Fuß nicht laufen, aber Rad fahren geht wieder. Also packte ich mein altes Corratec-Schmuckstück in den Kofferraum und traf mich am Samstagmorgen mit meinem privaten Rad-Guide Moritz in der Urbanstraße.

 

Ich habe nicht den geringsten Plan, was die Streckenführung angeht. Aber da ich Moritz als überaus gewissenhaften Menschen kennen gelernt habe, mache ich mir da keinerlei Gedanken. Außerdem stehe ich aufs Verfahren. Das ist jedes Mal ein Abenteuer. Was die Fitness von Moritz angeht, so weiß ich seit unserer gemeinsamen Fahrt von Delligsen nach Berlin, dass ich mir da keine Sorgen machen muss.

 

Der Tag soll schön werden. Aber jetzt ist es neblig und frisch. Ich habe ein langes Shirt an. Moritz fährt im T-Shirt. In dem Alter war ich auch nicht so ein Frostköttel.

 

Wir fahren am Landwehrkanal in Richtung Tiergarten und arbeiten uns dann in Richtung Spandau voran. Dort wollen wir im Mauerweg einsteigen. Unser Ziel ist es, die nördliche Hälfte des 180 Kilometer langen alten Mauerverlaufs um Westberlin abzuradeln.

Auf dem Weg legen wir noch ein kleines Fotoshooting am Charlottenburger Schloss ein. Heute ist Moritz mit seinem Handy fürs Fotografieren zuständig.  

 

 

Auf dem Weg sind wir viel am Wasser. Erst sind wir am Landwehrkanal, dann an der Spree. Es sind unglaublich viele Ruderer unterwegs. In schmalen Booten pullen sie sich über die spiegelglatten Wasseroberflächen. Beeindruckende Bilder.  

 

Es haut mich mal wieder aus den Socken, wie vielfältig die Stadt ist. Wir fahren über Kopfsteinpflaster, Asphalt, Sand, Schotter und Erde. Die Wege sind von Autobahnbreit bis Trampelpfadschmal. Wir werfen Tausend Blicke in die Hinterhöfe der Stadt. Es ist atemberaubend schön.

 

Wir treffen auf den Mauerweg und fahren durch den Spandauer Forst. Die Wege sind schmal und vom Regen der letzten Tag rutschig. Wir könnten sonst wo sein. Im Hils sieht es nicht viel anders aus als hier.


Mir wird plötzlich kalt und ich ziehe mir noch eine Jacke über. Nachdem ich wieder losfahre, sehe ich, dass der Weg auf dem wir fahren der Eiskellerweg ist. Zufall? Nein. Es ist tatsächlich eine der kältesten Regionen in Berlin. Stimmt mein Kälteempfinden also doch noch. Moritz schießt ein Foto und hält mich sicher für ein Weichei. Ist mir aber egal…

 

 

In Hennigsdorf kehren wir kurz bei Burger King ein. Wir genehmigen uns einen Cappuccino und Pancakes mit Sirup. Ein prima Treibstoff.

 

Danach geht es über die Stolper Heide Richtung Glienicke. Es sind sogar ein paar Hügelchen im Angebot. Niedlich. Wir radeln komplett in freier Natur. Das hätte ich nicht so erwartet. Da die Wege voller Blätter und Nadeln sind, werden unsere Beine mit dunklen Punkten gesprenkelt.

 

Glienicke hat den Charme einer Kleinstadt. Ich halte die Augen offen. Vielleicht sehe ich meinen Freund Dirk, der hier wohnt. Aber so gigantische Zufälle gibt es dann doch nicht. Von Glienicke bis Blankenfelde ist wieder Wildnis angesagt. Danach erwischt uns die urbane Gewalt des Märkischen Viertels mit Macht. Der Übergang vom Land zur Stadt ist abrupt und gewaltig.

 

Auf den Straßen der Stadt wird es hektisch. Der Nebel lichtet sich langsam und die Menschen strömen auf die Straßen. Wir müssen aufpassen, dass wir im ameisenhaften Gewusel den Überblick behalten. Zwei Mal haben wir die Schilder des Mauerwegs schon verpasst und mussten ein paar Extrameter einlegen.

 

Langsam kommen wir wieder in eine Gegend, in der ich mich auskenne. Ich zeige Moritz einen alten BTV. Das heißt Beobachtungsturm Viereckig und war gängiger Jargon an der Grenze. Da kann der Moritz etwas lernen. Der Kasten, dessen Aufbau ich seit meiner Grenzschutzzeit kenne, steht mitten im Wohngebiet. Ein Wahnsinns-Anblick.

 

 

Kurz hinter dem Invalidenfriedhof ist der Weg gesperrt und wir schieben unsere Räder über das Friedhofsgelände. Schön ist es hier.

 

Es folgen der Potsdamer Platz  und der Anhalter Bahnhof. Tut mir leid, aber das ist nicht mein Berlin. Diese Hochglanzkulisse mit den vielen Menschen macht mir lediglich Angst.

 

Da fühle ich mich in Kreuzberg sehr viel wohler. Auf bekannten Wegen geben wir noch einmal Gas, ehe wir uns nach 90 Kilometern Fahrt wieder trennen.  

 

Wir hatten Glück. Bei diesem Gelände ohne Panne durchzukommen ist schon was. Moritz war, wie immer, ein hervorragender Gesprächspartner und der Mann für die Ortskenntnis. Die Kulissen der Stadt habe ich auf diese Art und Weise noch nicht gesehen.  

 

Als wir uns am Kottbusser Tor noch einmal umarmen, ist mir klar, dass wir auch den Südteil des Mauerweges noch abfahren werden. Irgendwann; ganz bestimmt…

 

 

 

Thomas Knackstedt 

 

  

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