N E U : 22. Juli 2017      


Die Startseite hat eine besondere Geschichte für Euch.


In Link oder Leben wird der Weltrekordversuch beerdigt.


Das Mittwochtraining steht in Laufen.


Schreiben hat eine Geschichte für Euch.


Link oder Leben hat Laufen in Zahlen.


In Laufen gibt es einen Einstieg und einen Plan.


Link oder Leben berichtet über eine verpasste Gelegenheit.


Laufen bringt das Sonntag-Training.


      

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.  
 



Der Doc hat Geburtstag. Da jeder im Leben eine Geschichte geschenkt bekommen sollte, ist das hier für ihn:



Stehenbleiben ist keine Option... Umfallen schon.

 

Wie lange kenne ich den Doc schon? Ich weiß das Jahr gar nicht genau, es war bei einem Start in Thüringen, wo wir uns kennen lernten. Rennsteiglauf, Supermarathon, 73 Kilometer. Doc Thomas startete noch für den LAV und ich war als Trainer der Delligser Läufer ein ziemlicher Frischling.

 

Irgendwann nach diesem Lauf stand der Doc dann beim Training auf der Matte. Mein erster Gedanke war: „Mist, wieder ein Konkurrent mehr.“ Ja, genau so war das damals.

 

Ziemlich schnell bekam ich mit, was für ein „verrückten Hund“ da zu uns in die Laufgruppe gestoßen war. Jürgen und der Doc gingen bald als die unzertrennlichen Zwillinge durch. Gestalteten ihr Training und ihre Wettkampfstarts gemeinsam. Einen gab es nicht ohne den anderen. Mit der Konkurrenz hatte ich übrigens Recht. Es folgten die Jahre der unerbittlichen Positionskämpfe Bartsch-Griebel-Knackstedt. Nicht nur bei Wettkämpfen, auch beim Mittwochtraining oder während völlig harmloser Trainingsläufe versuchte jeder von uns den beiden anderen die Karten zu legen. Das sorgte für Tage völliger Erschöpfung, aber auch für eine Formsteigerung, die man allein niemals hinbekommen hätte.

 

Heute ist das Gott sei Dank vorbei. Wie habe ich dieses Jahr den Helgoland Marathon genossen, als nach kurzer Zeit feststand, dass ich mich weder mit Herrn Bartsch, noch mit dem Doc auseinandersetzen musste. Laufen kann auch Spaß machen...

 

Doch gehen wir zurück in die Vergangenheit. Was haben wir mit dem Doc nicht alles erlebt. Ich könnte ein Buch darüber schreiben, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen. Ein paar Highlights werde ich allerdings nie vergessen.

 

Da war unser Marathonlauf in Hannover. Der Doc startete mit der Geschwindigkeit einer Silvesterrakete, übrigens eines seiner Markenzeichen, Jürgen und ich hinterher. Bei Kilometer 30 hängte ich Jürgen ab. Bei Kilometer 34 überholte ich den Doc. Dann hatte ich beide im Nacken und musste um mein Leben rennen, um als erster dieses Trio-Infernale über die Ziellinie zu huschen. Wir liefen alle drei eine Zeit von 2:59 Stunden. Was für ein Erfolg!

 

In Paderborn ging das Spiel anders aus. Der Doc übernahm die Spitze und Jürgen und ich waren die Verfolger. Nach 10 Kilometern sah mich Jürgen an und sagte: „Der macht’s nicht mehr lange. Den holen wir uns.“ Pustekuchen! Der Doc lief eine 1:20 Stunden und wir schauten in die Röhre. Da hat er es uns echt gezeigt.

 

Es gab aber auch Läufe, da hat es der Doc in erster Linie sich selbst gezeigt. Mario berichtete mir bei den 100 Kilometern von Biel von einem Vorfall, der ihm die Haare zu Berge stehen ließ; wobei... das geht ja gar nicht. Der Doc war bei Kilometer 90 komplett out of Order. Er lief nach rechts in den Graben hinein und weg war er. Jürgen kam kurze Zeit später und fand seinen Kumpel, wie einen Käfer auf dem Rücken liegend, halb bewusstlos im Graben. Mario dachte, dass er jetzt Zeuge einer Erste Hilfe Aktion wird. Doch anstatt zu helfen schrie Jürgen den Doc an, er solle sich zusammenreißen und nicht so mädchenhaft anstellen. Es sollen die Worte: „Wer 90 Kilometer gelaufen ist, schafft ja wohl die letzten 10 auch noch“, gefallen sein. In jedem Fall kroch der Doc aus dem Graben und schleppte sich neben Jürgen ins Ziel. So kennt man ihn. Ich weiß bis heute nicht: Ist das pure Willensstärke oder ist der Mann einfach nur unglaublich stur.


 

Bei einem Start bei besagtem Rennsteiglauf hatte der Doc einen schlechten Tag und kam knapp eine Stunde nach uns ins Ziel. Wir schlürften bereits das zweite Bier und Gabi wartete auf ihren Mann im Ziel. Irgendwann kam sie aufgeregt zu uns und sagte: „Thomas ist jetzt da. Er sitzt im Ziel auf einem Stuhl. Ich glaube, er hat einen Schlaganfall.“ Jürgen, Karsten und ich machten uns sofort auf den Weg. Der Doc saß weiß wie eine gekalkte Wand im Zielbereich. Jürgen sah ihn an, winkte kurz ab und kommentierte die Lage mit den Worten: „Alles okay. So sieht er nach einem Langen Lauf immer aus.“ Wussten wir also Bescheid.

 

Irgendwann erzählte mir Karin einmal, dass der Doc, wenn er zusammen mit Jürgen die Langen Trainingsläufe absolviert, nach so einem Lauf erst mal eine Stunde bei Familie Bartsch auf dem Sofa liegen würde. Ich fragte wieso und Karin meinte: „Der ist so fertig, der muss sich erst ausruhen, ehe er nach Hause fahren kann.“ Ich schüttelte nur den Kopf.

 

Heute ist der Doc etwas ruhiger geworden. Ich habe sogar manchmal das Gefühl, er ist vernünftiger geworden. Aber ich bin, wenn es um solche Einschätzungen geht, nicht besonders gut.

 

In jedem Fall ist der Doc in unserer Gruppe eine feste, nicht mehr wegzudenkende Größe. Ich möchte auf ihn jedenfalls nicht verzichten. Und das nicht, weil er ein so guter Läufer ist, sondern weil er auf einem anderen Gebiet noch um Klassen besser ist. Es gibt in dieser Gruppe eine Hand voller Menschen,  auf die man sich, in allen Lebensbereichen, Hundertprozentig verlassen kann. Das ist selten. Ich habe den ein oder anderen schon in meine Nachtgebete eingeschlossen und dem lieben Herrgott gedankt, dass ich solche Menschen nicht nur kennen, sondern auch noch zu meinen Freunden zählen darf. Der Doc ist einer davon.

 

In diesem Sinne freue ich mich auch in Zukunft auf das Laufen mit dem Doc. Niemand kann einen ruhigen Ausdauerlauf so schnell und komplett in eine irrsinnige Intervallorgie verwandeln wie er. Das war so und wird auch so bleiben. Wir versuchen einfach dran zu bleiben. Wenn uns der Doc dann auch noch vorbei lässt, hat er unseren Tag gerettet. Ich habe in den vergangenen Jahren jedenfalls eine Menge vom Doc gelernt. Was das wichtigste davon war? Das weiß ich genau: Nimm diesen Typen niemals mit bis auf die Zielgerade! Dann hast du keine Chance...


 

 Thomas Knackstedt        


 

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