Hilskammlauf 2016 Online-Anmeldung

 

N E U : 28. April 2016       

 

In Link oder Leben gibt es einen Musiktipp.


Das Mittwochtraining steht in Laufen.


Die Startseite hat eine neue Geschichte für Euch.  

 

Karsten war beim Leipzig Marathon am Start. Mehr dazu unter Laufen.  

 

Den "Malarathon" findet ihr in Laufen.

 

Link oder Leben hat einen Filmtipp.

 

In Schreiben steht eine neue Geschichte.

 

Link oder Leben macht Werbung.  

                 

      

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.  
 

 

  

Thomas Knackstedt       

 

 

Der Abend am Meer  

 

Wir waren den ganzen Tag unterwegs. Frühmorgens um fünf Uhr sind wir aus dem Bett gefallen. Eine halbe Stunde später waren wir auf dem Weg ins Dicke B. Um 9 Uhr saßen wir am Frühstückstisch und Lotta streckt mir die Zunge raus. Ella lacht wie irre.


Danach ein Stau am Mehringdamm und zwei schlafende Kinder plus träumender Mutter auf dem Rücksitz. Der Weg zum Meer ist von Kranichen gesäumt, die sich auf den Feldern neben der Autobahn niedergelassen haben.  

 

Dann das Ferienhaus, die Einteilung der Zimmer, zwei große Becher Kaffee, Kuchen und Süßigkeiten. Nach und nach macht sich eine bleierne Schwere in den Knochen breit. Das geht gar nicht. Also ziehe ich mir die Schuhe an, um etwas dagegen zu tun. Anna will mich begleiten. Zuvor ein Blick in den PC. Wohin kann man laufen, wenn man keine Ahnung hat, wo man ist?

 

Ich werfe nur einen Blick auf das Google-Maps-Bild und schon fällt mir eine Liedzeile von Klaus Hoffmann ein: „Eine Insel im Meer, so tief in meinen Träumen…“

Ich tippe mit dem Finger auf das Bild und sage zu Anna: „Da laufen wir hin.“ Sie schaut mir über die Schulter und nickt.

                                           

Als wir loslaufen beginnt die Sonne bereits damit ihren täglichen Abgang vorzubereiten. Noch ist sie hinter den Wolken zu sehen, aber es geht mit ihr bergab, keine Frage.


Wir verlassen das kleine Kaff in Richtung Meer und passieren eine Truppe von 60 Schwänen, die es sich auf einem Feld bequem gemacht haben. Dann finden wir den Einstieg auf die kleine Insel. Der Wind pfeift uns um die Nase, als wir die ersten Schritte am Ufersaum entlang laufen. Sehr, sehr schön. Neben uns trompeten protestierende Gänse, vor uns steigen zwei Reiher in die Luft.  

 

 

Wir sind direkt am Meer und ich versuche mir das Abbild unserer Laufstrecke in den Kopf zu projezieren. Langsam wird es dunkel. Schaffen wir das? Na klar. Um die kleine Insel herum dürften es höchstens fünf Kilometer sein. Das passt schon. Noch während mich dieser Gedanke beschäftigt, plumpst die Sonne hinter den Horizont. Das Blau wird zu Grau und macht sich auf den Weg Richtung Schwarz. Wir müssen die Augen aufmachen, um den Slalom um die Ufersteine herum ohne Sturz abzuleisten. Dann sind wir am Campingplatz, der uns wieder an die Straße führen soll.

 

„Papa?“ Annas Stimme hört sich etwas unsicher an. „Ja?“ antworte ich. „Was jetzt noch fehlt, ist ein Typ im gelben Ölmantel mit einem Enterhaken in der Hand.“ Ich schaue mich um und denke: Ja. Sie hat Recht.

 

Der Campingplatz ist Anfang März komplett verwaist. Hier und da kämpft ein schwächliches LED Licht chancenlos gegen die aufziehende Dunkelheit. Es ist gespenstisch. Ich muss mich verbessern: Verdammt gespenstisch!

 

Der Weg führt jetzt durch einen Eichenwald und an dessen Ende erkenne ich ein großes, schmiedeeisernes Tor. Lieber Gott, denke ich, lass das Tor bitte nicht verschlossen sein. Wenn wir den Weg am Meer zurück müssen, sind wir verloren.

 

Wir erreichen den verrammelten Eingang des Campingplatzes. Die Fenster des Pförtnerhauses sind mit Brettern abgehängt worden. Die Szene atmet eine unglaublich Einsamkeit aus. Ich fasse aufden Griff des Zugangstores und mein Herz macht einen Satz, als sich die Pforte mit einem lauten Quietschen öffnen lässt. Hinter mir höre ich, wie auch Anna ein Stein vom Herzen fällt.

 

Wir sind wieder auf der Straße und sehen die Lichter des Ortes. Aber so ganz genau wissen wir nicht, wo wir sind. Es tauchen ein paar windschiefe, kleine Gebäude auf. Sind wir da vorhin gewesen? Oder haben wir uns verfranst? Hier und da brennt ein Licht hinter einem Fenster. Wenn wir nicht gleich so eine Art Leuchtturm in der Dunkelheit finden, müssen wir hier klingeln oder klopfen, um nach dem Weg zu fragen. Wer weiß, vielleicht macht dann der Typ im Ölzeug auf…

 

Dann stehen wir wieder im Bereich der Zugangsstraße zur Insel. Puh! Geschafft. Die letzten beiden Kilometer sehen uns auf einer stockdunklen Straße im kalten Ostwind. Wir ziehen das Tempo an, wie zwei Pferde, die endlich wieder in den warmen Stall wollen. Als wir wieder vor dem Ferienhaus stehen sagt Anna: „War das geil?“ Ich nicke mit dem Kopf. „Dunkel und geil zugleich“, erwidere ich dann. Ein Abend am Meer und ein Lauf in die Nacht hinein. Mal was ganz anderes…

 

 

Thomas Knackstedt  

 

 

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