ONLINE Anmeldung Hilskammlauf 2014 

 

N E U :  18. April 2014           

        

Link oder Leben präsentiert den April.

 

In Schreiben gibt es eine neue Geschichte.   

 

Das Mittwochtraining findet ihr unter Laufen.

 

Manchmal ist man schneller draußen als man denkt. Mehr dazu in Link oder Leben.

 

Schnelle 30 und ein NoGo für sich findet ihr unter Laufen.

 

Laufen und hinterher. Darum geht es in "Schnaps", unten auf der Startseite.

 

Link oder Leben feiert heute einen "Kindergeburtstag".

 

      

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.  
 

 

 

 Thomas Knackstedt

 

 

Schnaps

 

Die Sonne hat sich in einen glutroten Ball verwandelt, der den Horizont in Brand setzt. Die Äste der Bäume zerfasern die goldroten Strahlen in Milliarden von kleinen Lichtfingern, die mir warm und behaglich ins Gesicht strahlen. Im Hintergrund höre ich die spielenden Kinder und, untergehakt an meinem Arm, geht die Liebe meines Lebens neben mir. Alles ist bestens...

 

Ich bin kreuz und quer durch die Stadt gelaufen. Große Straßen, kleine Gassen, Trampelpfade, Schotterplätze, Holzbrücken, Hafenkais, Fußwege, Rasenflächen und Parkanlagen habe ich unter die Sohlen meiner Laufschuhe genommen. Ich bin nicht nur durch die Stadt, sondern auch durch ein Meer von Menschen und Geschichte gerannt. Egal, ob es der Berliner Dom, der Bundestag, der Invalidenfriedhof, der Plötzensee oder das Ufer der Spree war. Wer die Augen und das Herz aufsperrt, sieht und fühlt, wie dieses Umfeld in jeder Sekunde Geschichte und Geschichten ausatmet.

 

Ich war langsam, immer bereit stehen zu bleiben, um zu sehen, zu fühlen und zu staunen. Da kann man alt werden wie ein Baum; das vergeht nie.

Die Sonne hat mich den ganzen Tag begleitet und nach dem langen Lauf fühlte ich mich einerseits wunderbar lebendig und doch erschöpft.

 

Jetzt sitze ich hier, unter Freunden. Ein kleiner Schrebergarten im Britzer Garten. Die Kinder toben auf dem Trampolin herum, rennen zur Schaukel, stoßen sich gegenseitig bis in den Himmel an und schreien dabei vor Freude und Übermut.  

 

 

Ich nuckele an meinem Bier und schaue auf meinen, mittlerweile leeren Teller. Nach so einem langen Lauf bin ich jedes mal ausgehungert. Heute war das nicht anders. Als wir der Einladung nach Britz folgten, war mir klar, dass ich diesen Hunger hier stillen kann.

 

Karin und Moritz haben aufgetischt, als wären Mitglieder der Royal Family zu Gast. Ich habe zunächst die verschiedenen Salate probiert. Wahnsinn. Dann gab es Putenschnitzel, Steaks, Bratwürste, Kuchen und am Ende drei Portionen Rote Grütze mit Vanillesoße. Zwischendurch unterhielt uns Karin mit dem wunderbaren Lehrbeispiel, dass man brennendes Fett nicht mit Wasser löschen soll. Die Stichflamme schoß an der Laubenwand in die Höhe, wie der Feuerschweif einer startenden Apollo-Rakete. Sehr, sehr beeindruckend! "Feuerwehrman" Moritz hatte die Situation schnell im Griff und brachte vom Grill auch noch zwei von diesen leckeren, kleinen Würstchen mit. Dazu gab es frisch gebackenes Brot. Das Leben entpuppt sich als Paradies und ich bin der Ehrengast. Wir reden, lachen, fühlen uns fantastisch und sind gefühlt zur richtigen Zeit, mit den richtigen Menschen, am richtigen Ort. Viel mehr geht nicht...

 

Zum Schluss noch einen Kaffee und vielleicht ein Bier. Ich feiere den Abschluss eines perfekten Tages, sehe den Kindern zu und bin rundum zufrieden. Als ich aufstehe, um der kleinen Henriette an der Schaukel eine Anschubs zu verpassen, merke ich, dass mein Bauch die gefühlte Schwerkraft locker verdoppelt. Ich schubse Henriette mit der Schaukel nach oben und gebe auch Lotta und Ella noch einen Anschub auf der zweiten Sitzschaukel. Dann lasse ich mich auf den Liegestuhl, neben der Schaukel fallen. O ja, das tut gut. Hier könnte ich jetzt einfach liegen bleiben. Dann legt mir Kathrin die kleine Ella auf den Bauch. Das ist gar keine gute Idee. Aber wenn ich in  Ellas blinkende Scheinwerferaugen blicke, kann ich nicht nein sagen.

 

Irgendwann hat der rote Feuerball seinen Überflug über Berlin abgeschlossen und donnert in jähem Absturz dem Horizont entgegen. Es wird kühl und wir machen uns auf den Weg nach Hause. Ich schleppe mich eher, als das ich gehe. Wie kann man sich nur so haltlos voll futtern?

 

 

Nachdem wir wieder am Kottbusser Damm sind und die Kinder glückselig in die ersten Träume driften, brauche ich noch einen Spaziergang. Wir schlendern den Kanal entlang. Warme, seidenweiche Luft umweht uns. Wir halten unsere Hände und den Mund.

 

Als wir nach einer halben Stunde wieder am Maybachufer sind, muss ich noch kurz in einen "Späti" hinein. Wissenschaftliche Untersuchungen haben zwar klar und deutlich ergbeben, dass so ein Schnaps nach reichhaltigem Essen nichts bringt, das Ganze also mehr oder weniger nur so eine Psychonummer ist, aber ich pfeife drauf. Ich kaufe eine kleine Flasche Obstler und stecke sie in meine hintere Hosentasche.

 

Eine Stunde später sitzen wir auf dem Sofa und ich hole die eisgekühlte Flasche aus dem Kühlfach. Jeder Meter meines Laufs rollt wie im Zeitraffer noch einmal vor meinem inneren Auge ab. Das Lachen der Kinder hallt als imagiäre Vorstellung durch mein Denken. Jedes Gespräch und jeder Witz der nachmittäglichen Unterhaltung findet noch einmal den Weg in meinen Kopf. All das mag ebenfalls nur die Vortäuschung eines guten Tages in einem guten Leben sein. Ob es hilft oder nicht, liegt vermutlich nur an mir. Ich trinke den Schnaps, weiß dass er gegen die Wackersteine in meinem Bauch nicht wirklich etwas bewirkt, und fühle doch fast augenblicklich, wie die Schwere verschwindet...

  

 

Thomas Knackstedt 

  

 

Mit dem Kontaktformular könnt ihr uns direkt eine Mail zukommen lassen.

 

Wir freuen uns über Ihre Nachricht.

 

 

Impressum: Thomas Knackstedt, Deutschland,  31073 Delligsen, Hainbergstraße 2.  

 

73953