Anmeldung zum Hilskammlauf 

 

N E U :  28. März 2015            

 

In Schreiben steht ein neuer Text.

 

Link oder Leben berichtet über Aktuelles.

 

Auf der Startseite steht ein neuer Text.

 

Das Mittwochtraining steht unter Laufen.

 

In Link oder Leben gibt es einen Filmtipp.

 

Jörn gewinnt in Varlosen. Mehr dazu unter Laufen.

 

Link oder Leben beschäftigt sich mit einer Frage der Ehre.

 

Jörn war beim Celler Wasalauf. Mehr dazu unter Laufen.

        

      

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.  
 

 

  

Thomas Knackstedt 

 

 

Stress

 

Ich mache diesen Job jetzt schon über 20 Jahre. Eigentlich kriegen wir die Kuh immer souverän vom Eis geschoben, halten den Ball flach, versuchen uns auf den Gegenüber einzustellen und suchen eher das Gespräch als die Auseinandersetzung. Aber es gibt Momente, da bringt all das nichts.

Da ist man entweder selbst schlecht drauf oder der Adressat unserer Maßnahme ist derart auf Krawall gebürstet, dass schon ein schlichtes "Guten Tag" für einen kapitalen Widerstand sorgt. Beispiele gefällig? Kein Problem...

 

Andi, Harri und ich klingeln zwei Mal, dann geht die Tür auf. Ich zeige erst meinen Ausweis und dann den Durchsuchungsbeschluss. Mein Gegenüber ist eine junge Frau, die scheinbar unter zusammengekniffenen Augen und Herzrasen gleichzeitig leidet. Sie will die Tür zuschlagen und ich stelle den Fuß hinein. Dann brüllt sie los: "Die Scheißbullen sind da!"

Wir drücken die Tür auf und sie versucht, sich uns in den Weg zu stellen. Wir schieben sie zur Seite und sie schreit: "Die schlagen mich. Aua! Die Schweine prügeln."

Ich werde das nie kapieren. Niemand schlägt in diesem Moment. Schon gar keine Frauen. Wir sind, mehr oder weniger, drei alte Männer die ihren Job machen wollen. Stress ist das letzte was wir wollen.

 

In der Wohnung geht es hoch her. Zwei weitere Frauen beschimpfen und beleidigen uns. Wir sind die Bösen. Wir rufen eine Streife zur Verstärkung. Als die eintrifft und die Schreihälse in einem Zimmer unter Kontrolle hält, können wir endlich durchsuchen. Wir finden ein bisschen Amphetamin, ein paar Ecstasys und einige Gramm Marihuana. Das war’sdann auch schon. Kleinkram.  

 

Gerade als ich das Protokoll ausfüllen will, höre ich aus dem Zimmer, in dem die Frauen sind, laute Schreie. Ich gehe hin und die Frau von der Eingangstür brüllt: "Der schaut mir immer auf die Titten. Das Schwein ist geil auf mich." Dabei zeigt sie auf einen jungen Kollegen, der sofort abwehrend den Kopf schüttelt. Ich sage: "Geht es nicht ruhiger? Geht es nicht stressfreier? Denken sie doch bitte mal an mich. Ich vertrage diese Aufregung nicht." Die Frau schaut mich an, als ob ich bescheuert bin. Aber das ist mir egal. In jedem Fall herrscht jetzt Ruhe. Ich hasse dieses "Wir sind die Bösen-Spiel" abgrundtief. Aber bei bestimmten Personengruppen wird das immer so sein.

 

 

Noch ein Beispiel? Okay. Eine junge Frau ruft an, dass ihr Ex-Freund gerade dabei ist die Wohnungstür einzutreten. Er akzeptiert die Trennung nicht und will sich seine Ex und sein Recht holen. Wir fahren mit Volldampf zur genannten Adresse. Im Treppenhaus ist ein amtsbekannter Randalierer, der augenscheinlich bis unter die Haarspitzen voll mit Amphetamin ist, gerade dabei aus einer stabilen Holztür eine Packung Streichhölzer zu machen. Wir stürzen uns auf den Typen und er wehrt sich. Es dauert fast eine Minute, bis wir endlich die Handschellen anlegen können. Der Weg zum Streifenwagen dauert locker fünf Minuten. Dabei sind es gerade mal 15 Meter. Als wir den Typen endlich auf der Rückbank haben, ist noch lange nicht Ruhe.


Wir fahren zur Wache und der Kerl schreit wie am Spieß. Von "Bullenschwein" bis "Arschloch" und "Drecksau" ist alles dabei was man sich nur wünschen kann. Das nervt mich schon lange nicht mehr. Doch als der Typ sich zur Seite fallen lässt und versucht mit den Füßen das Fenster der Wagentür einzutreten, geht auch mein Adrenalinspiegel in die Spitzenposition. Wir rangeln auf der Rückbank, bis wir auf dem Hof der Wache sind Mit aller Kraft muss ich den Kerl gegen die Tür drücken, damit er seine Beine unten behält. Mir läuft der Schweiß über die Stirn, als wir ihn endlich in die Zelle schieben.

 

Gott sei Dank sind diese Momente selten. Die meisten Menschen mit denen ich dienstlich zu tun habe, kann man ansprechen. Die sind bereit einfach mal zuzuhören und zumeist dann auch in die Maßnahme einzuwilligen. Doch eine Hand voller Sturköpfe macht grundsätzlich Theater.  

 

Monate später kann man sich dann vor Gericht vortrefflich darüber streiten, ob unsere Maßnahme zu hart, zu unverhältnismäßig oder vielleicht sogar das komplette Gegenteil davon war. Das macht allen Beteiligten, mit Ausnahme der Polizisten, jede Menge Spaß. Man hat Zeit jeden Standpunkt zu erörtern, jedes Argument zu hören. Also all die Dinge zu tun, für die wir damals vor Ort keine Sekunde Zeit hatten. Und ganz ehrlich: Wenn ich ein paar Monate nachdenke, komme ich fast immer zu Ergebnissen, die besser funktioniert hätten als das, was ich in einer Millisekunde entscheide. Ist doch ein Hammer, oder?

 

Ich mache diesen Job jetzt schon über 20Jahre. Eigentlich kriegen wir die Kuh immer souverän vom Eis geschoben, halten den Ball flach, versuchen uns auf den Gegenüber einzustellen und suchen eher das Gespräch als die Auseinandersetzung. Aber es gibt Momente, da bringt all das nichts. Leider bin ich jetzt schon in einem Alter, in dem mir dieser Stress nicht mehr gut tut, ich ihn teilweise allein schon von den körperlichen Voraussetzungen nicht mehr erfüllen kann. Diesbezüglich hätte ich da mal eine Frage: Interessiert das irgendjemanden? Ich vermute nicht...  

 

 

Thomas Knackstedt 

 

 

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