N E U : 18. September 2018      


Schreiben hat eine kleine Geschichte für Euch.


Link oder Leben hat den Sonntag.


Der Lange Lauf steht in Link oder Leben.


Laufen hat ein Update.


Link oder Leben hat neue Musik.


Auf der Startseite wird es laut.


Der MTB-Tag Grünenplan steht in Laufen.


Laufen hat den Samstag.


      

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.      




Laut

 

The War on Drugs spielen in Deutschland. Nur ein paar Konzerte sind vorgesehen und ich lese das gerade im Internet. Im August ist ein Auftritt im Capitol. Ich spreche mit Kathrin, Waltraud und Udo und der Fall ist klar: Wir fahren hin!

 

Da wir zur gleichen Zeit einen japanischen Austauschschüler zu Gast haben, muss der natürlich auch mit. Keine Frage. Also ordere ich auch für diesen, uns bisher unbekannten Menschen, ein Ticket. Das kann spannend werden. Bis zum August sind es ja nur noch 8 Monate.

 

Der Sommer 2018 war kein Rekordsommer, aber ein verdammt warmer und vor allem sehr trockener Sommer. Es gab Tage, an denen brauchte man nur mit den Ohren zu wackeln und die Anstrengung reichte aus, um seinen Körper komplett mit Schweiß zu überfluten. Der Tag des Konzerts war genau so ein Tag.

 

Kathrins Freundin Elke hat auch noch ein Ticket von uns bekommen und so machen wir uns zu viert auf den Weg in die Landeshauptstadt. Unser japanischer Gast, mit dem schönen Namen Seishiro, ist ein 17jähriges japanisches Kraftpaket aus Osaka, das immer gut gelaunt, hilfsbereit, freundlich und absolut liebenswert ist. Der Junge isst gern, und er schläft gern. Auf der Fahrt nach Hannover macht er ein Nickerchen. Wir müssen lachen…

 

In Hannover treffen wir Waltraud und Udo. Waltraud ist, wie immer, gut gelaunt und voller Vorfreude. Über Udo haben wir mit Seishiro schon gesprochen. Dass er Lehrer ist hat Seishiro beeindruckt. Als Udo jetzt in kurzen babyblauen Shorts aufläuft, sehe ich den Unglauben in Seishiros Augen. So sehen also Lehrer in Deutschland aus? Ich schaue Kathrin an und weiß, dass sie das gleiche wie ich denkt: Hat der Junge noch seine Schlafanzughose an?

 

Wir schlendern zum Capitol. Am Schwarzen Bären ist die Hölle los. Alle Tische der Restaurants draußen sind besetzt. Die Stadt wuselt und quillt über vor Menschen, die sich in der Wärme tummeln. Eine halbe Stunde später sind wir im Capitol Es ist warm. Sehr warm. Es gibt keine Vorband; das ist schon mal ein Pluspunkt, den ich vermerke. Um uns herum füllt sich der Laden langsam. Das Publikum ist breit gestreut. Übergewichtige Engländer vermischen sich mit magersüchtigen Blumenkindern und Typen, die wie Spießer aussehen. Seishiro macht große Augen und ich bin gespannt, wie das heute Abend wird. 

 

Als die Band loslegt, wackeln die Wände. Ich mag es, wenn Musik laut ist. Wenn die Bässe einem die Knochen im Leib vibrieren lassen, ist das genau mein Ding. Für eine Gitarrenband, die nicht gerade Hardrock spielt, ist das hier allerdings eine beachtliche Lautstärke. The War on Drugs sind live hervorragend, daran gibt es nichts zu deuteln, doch nach einer halben Stunde schmerzen meine Ohren. So etwas habe ich bisher noch nicht erlebt. Als ich mir die Nase zuhalte und ein bisschen Luft hinein puste, um die Gehörgänge frei zu bekommen, platzt mir fast der Schädel. Erst jetzt sehe ich mich um und stelle fest, dass um mich herum auch andere Menschen an ihren Lauschern herumfummeln. Als ich mich zu Udo umdrehe, schreit er mir zu: „Ich kann nichts mehr hören! Verdammt, ist das laut.“

Waltraud, Elke, Seishiro und Kathrin scheint das nicht viel auszumachen. Ich muss kurz vor Ende des Konzertes raus. Ich halte es nicht mehr aus und will draußen überprüfen, ob eventuell meine Ohren bluten.

 

Aus dem Saal zu kommen ist eine spürbare Erleichterung. Unten im Foyer ist die Musik erträglicher und hier stehen auch jede Menge Menschen rum. Auf dem Weg zur Straße, bekomme ich mit, wie der zwei Meter große muskelbepackte Türsteher mit zwei Rockertypen Stress hat. Der Typ, der ihm gegenüber steht, bringt locker 130 Kilo auf die Waage und besteht nur aus Muskeln und darauf befindlichen rechten Tattoos. Er soll raus, will aber nicht. Ich brauche der Unterhaltung nur zehn Sekunden zu folgen, um festzustellen, wie ungerecht Gott sein kann. Da schenkt er einem Menschen 130 Kilo Muskeln, aber nur 50 Gramm Gehirn. Eine echte Schande…


 

Auf der Brücke über die Ihme atme ich durch. Ruhe kann etwas wunderbares sein. Selbst hier höre ich noch den Sound der Band, aber nur als leichtes, undefinierbares Wummern. Ich lehne mich zurück und schaue auf das tintenschwarze Wasser des Flusses. Das war heute ohne Wenn und Aber zuviel für mich. Ich liebe Musik, auch laut, aber nicht so laut, dass es weh tut.

 

Zehn Minuten später kommen „meine Leute“ aus dem Saal. Wir schlendern zum Wagen und tauschen unsere Eindrücke aus. Seishiro lächelt jedes Mal, wenn er angesprochen wird. Udo hält eine seiner berühmt berüchtigten Reden und Waltraud freut sich. Wenn dieser Haufen um mich herum ist, fühle ich mich zuhause. Die sind zwar manchmal auch sehr laut, aber das ist auszuhalten.

 

Auf der Fahrt nach Hause klingeln mir noch immer die Ohren. Ich hoffe, ich werde schlafen können. Seishiro kann es jedenfalls. Nachdem er zwei Würstchen, eine Brezel und drei Stückchen Käse „eingeatmet“ hat, ist er auf dem Beifahrersitz eingeschlafen. Da haben auch The War on Drugs keine Chance…               

                 


Thomas Knackstedt            

 


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