Laufen trainiert in der Urlaubszeit.
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Vom Laufen und Schreiben...
...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Hils-Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.
Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.
Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von unseren Läufern.
"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.
Die grüne Wiese
oder
Schafe, Eisbären und Löwen.
Wie geht es Ihnen mit ihren Träumen? Träumen sie in Schwarzweiß oder Farbe? Haben sie das Gefühl, dass die Bilder wie schlecht gemalte Comics rüberkommen oder erscheinen ihre Traumbilder in 4K-Qualität? Können sie sich, wenn sie erwachen, an ihre Träume erinnern? Nur fragmentarisch oder an jede noch so kleine Einzelheit? Wissen sie, wenn sie träumen, dass sie träumen?
Das sind eine Menge Fragen. Ich weiß, dass jeder andere Antworten auf diese Fragen hat. Ich kann hier nur meine Antworten geben.
Es gibt Tage, da wache ich auf und könnte über jede einzelne Sequenz meiner Träume detailgenau berichten. Selten sind meine Träume banale Alltagsgeschichten. Es sind fast immer Dramen, in denen ich ein Ziel nicht erreiche, einen Ort nicht verlassen kann (egal was ich auch anstelle) oder schlichtweg an einem Ort oder in der Zeit schier festgeklebt bin. Ich will dann eine bestimmte Sache durchziehen, z.B. meine Arbeitsstelle erreichen, aber egal was ich auch anstelle, es funktioniert nicht. Das Auto springt nicht an, das Fahrrad ist nicht da, der Bus fährt nicht, die Bahn fällt aus und zu Fuß verlaufe ich mich. Oft weiß ich in diesen Momenten, dass ich träume. Aber das macht die Sache nicht besser. Ich hänge in Zeitschleifen fest und die entknoten sich erst mit meinem Erwachen.
Natürlich gibt es auch andere Träume. Da laufe ich, fahre Rad oder bin mit der Liebe meines Lebens in glücklichen Momenten zusammen. Leider sind diese Träume rar. Ich würde sie gern jede Nacht träumen, aber ich habe keinerlei Einfluss auf die Programmfolge, die in meinen Träumen abgespielt wird.
Hier und da finde ich einen roten Faden, der sich aus dem Wachsein durch meine Träume gezogen hat. Da habe ich einen Kriegsfilm gesehen und träume, dass ich als Soldat an der Front bin. Oder ich habe mit einem Freund lange über unseren letzten gemeinsamen Radurlaub gesprochen und bin nachts mit dem Rad überall auf der Welt unterwegs. Da weiß ich wenigstens, wieso ich träume, was ich träume. Aber es gibt auch Tage, da frage ich mich nach dem Aufwachen: Verdammt, woher kommt diese irre Story? Dann zerbreche ich mir stundenlang den Kopf, ohne hinter das Geheimnis meines Traums zu kommen.
Gestern war genau so ein Tag. Ich war in meinem Traum unterwegs. Ich ging durch den Wald. Okay, ich liebe Wälder. Doch dann verließ ich den Wald und spazierte auf eine riesige grüne Wiese. Die nahm meine ganze Sicht bis hin zum Horizont in Anspruch. In meinem ganzen realen Leben habe ich noch nie eine so gigantische Wiese gesehen. Das Gras reichte mir bis zu den Oberschenkeln. Ein leichter Wind wiegte es sanft hin und her. Überall waren im Grün des Grases bunte Farbtupfer von Blumen zu entdecken. Blaue Kornblumen, gelbe Butterblumen und rote Mohnblumen. Der Anblick war wunderschön.
Ich ging mit ausgestreckten Händen durch die Wiese. Meine Handflächen strichen durch das Gras und ich fühlte mich regelrecht mit der gesamten Wiese verbunden. Dann sah ich in der Ferne Schafe. Eine ganz Herde trieb sich auf der Wiese herum. Die Tiere liefen und sprangen und schienen glücklich zu sein. Das zauberte ein Lächeln auf mein Gesicht. Ich ging in die Schafherde hinein, streichelte ein paar Tiere und war selig. So weit so gut. Dann wurde es allerdings spannend.
Zwischen den Schafen nahm ich plötzlich andere Tiere wahr. Auch sie sprangen über die Wiese, waren ungefähr so groß wie die Schafe, aber ihr Fell war schneeweiß und hob sich deutlich vom grauweißen Fell der Schafe ab. Als ich näherkam, bemerkte ich, dass es sich um junge Eisbären handelte. Die waren so klein wie niedlich und putzig. Ich wusste, dass ich mich in einem Traum befand und fragte mich: Was machen die denn jetzt hier? Ich verwarf den Gedanken jedoch sofort wieder, da der Anblick der kleinen Bären mich so unglaublich faszinierte. Natürlich durfte ich auch das ein oder andere Eisbärfell streicheln. Wie gesagt, es waren ganz junge Bären. Es drohte keine Gefahr. Nachdem die Bären an mir vorbeigetollt waren, sah ich plötzlich weitere Tiere, die mir entgegenkamen.
Jetzt wurde es noch verrückter. Es waren ein Dutzend junger Löwenkinder. Da fragte ich mich schon gar nicht mehr, was in diesem Traum passierte. Das war mir einfach zu bizarr. Doch so seltsam diese Abläufe auch waren, logisch, dass ich die kleinen Löwen streichelte und ein wenig mit ihnen spielte. Wann würde ich so eine Chance im richtigen Leben jemals erhalten? Da muss man handeln.
Dann stand ich wieder auf dieser unfassbar großen Wiese und der Wind wehte mir sanft über das Gesicht. Ich schaute mich um, sah die Schafe, die Bären und die Löwen und war einfach nur glücklich. Dann wurde ich wach.
Ich weiß, das war nur ein Traum. Elektronische Ströme in meinem Gehirn, deren Ursprung ich niemals nachvollziehen werde und deren Inhalte sich meiner Kontrolle komplett entziehen. Träume sind Mysterien, auf die wir keinen Zugriff haben. Wir dürfen sie erleben und ein Teil von ihnen werden. Sie sind geschützte Räume, in denen wir alles tun können, ohne in Gefahr zu geraten. Und obwohl ich weiß, dass ich es nicht geregelt bekomme, denke ich seit diesem Traum oft an diese grüne Wiese. Ich würde gern noch einmal zu ihr zurückkehren. Das Gras auf meinen Handflächen spüren, die Tiere streicheln und glücklich sein…
Thomas Knackstedt
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