N E U : 21. Oktober 2018      


Der Pressebericht zum Magdeburg Marathon steht in Laufen.


Laufen hat den Samstag.


Link oder Leben hat einen Musiktipp der von Herzen kommt.


Die Startseite hat eine neue Geschichte.


Das Mittwochtraining steht in Link oder Leben.


Laufen hat die letzte Woche.


Link oder Leben zeigt, wie Training wirkt.


In Schreiben steht eine neue Geschichte.


      

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.      




Drauf geschissen.

 

Wer älter wird, der wird konservativer. Jedenfalls in der Regel. Ich weiß das, seit ich selbst alt bin. Aber natürlich versucht man gegenzusteuern und nicht alles nur aufs Alter zu schieben. Ich hasse Typen, die mit dem Satz loslegen: „Ja früher, da war vieles besser.“ Im ganzen Leben nicht. Früher war vieles anders. Die Welt verändert sich. Leben ist nichts anderes als ein Begriff für Veränderung. Allerdings gibt es wirklich Dinge, die mich heute nerven. Viel mehr als früher. Ich will erst gar nicht mit Smartphones und der Vereinsamung des Einzelnen beginnen, heute rege ich mich über was ganz anderes auf.

 

Als Polizist bist du dafür da, darauf zu achten, dass Regeln eingehalten werden. Klar gibt es da auch Spielräume, aber im Endeffekt ist die Sache einfach und klar. Wenn du siehst oder mitbekommst, dass jemand gegen ein Gesetz verstößt, dann musst du einschreiten.

 

Gesetze sind Regeln. Oft Spielregeln für unser Zusammenleben. Im Idealfall werden die nicht beschlossen, um kleine Kreise der Bevölkerung zu bereichern oder unliebsame Gegner auszuschalten. Sie sollten vom Sinn her immer die große Mehrheit der Gesellschaft schützen und dafür sorgen, dass ein gewisser, erwarteter Verhaltenskodex, auf den sich eine große Gemeinschaft geeinigt hat, eingehalten wird. Leider muss ich in den letzten Jahren immer wieder feststellen, dass es einen Teil der Gesellschaft gibt, der auf diese Regeln scheißt. Ich weiß, dass hört sich jetzt nicht nach gediegener Schreibe oder schlauer Wortwahl an, aber ich kann es nicht besser ausdrücken. Kein anderes Wort passt so gut.

 

Als ich an diesem Wochenende im Garten das Laub harke fällt mein Blick immer wieder auf die gesperrte Kreisstraße zwischen unserem Ort und der Nachbargemeinde. Die Straße wird erneuert. Ein Wald von Umleitungsschildern und Durchfahrverboten wurde aufgestellt. Baken und Sperren sollen die Durchfahrt verhindern. Die Fahrbahn wurde bereits abgeschliffen, die Arbeiten sind im Gange, aber wenn die Bauarbeiter weg sind, kann man die Strecke mit dem Auto befahren. Man muss halt nur ein Dutzend Verbotsschilder ignorieren und über Rabatten und Fußwege fahren. Es ist Wochenende und es wird nicht gearbeitet. Während ich eine Stunde lang Laub reche fahren insgesamt 22 Fahrzeuge über den Gehweg an der Sperre vorbei und scheren sich einen Dreck um das Verbot. Nicht, dass ich davon schlaflose Nächte bekomme, aber da ich hier wohne, kenne ich die meisten Typen, die da gerade eine Ordnungswidrigkeit begehen. Arbeiter, Krankenschwestern, Unternehmer, Polizisten und Anwälte. Der Großteil allerdings junge Männer mit gepiepten Autos. Das macht mich sprachlos.

 

Na ja, mal durch eine gesperrte Straße fahren. Das ist doch nicht schlimm, oder? Wäre ich nicht seit über vierzig Jahren ein „Bulle“ würde ich das auch so sehen. Aber meine Erfahrung hat mir mehr als einmal gezeigt, dass es dabei nicht bleibt. Die Typen, die sich nicht an die Regeln halten, spielen immer falsch, wenn man sie lässt. Ob es die Steuerklärung ist oder ein gefundener 50 Euro Schein. Wenn keiner aufpasst, ist den meisten dieser Typen dann jedes Gesetz egal. Wenn ein Gesetz oder eine Regel nicht kontrolliert wird, sind sie  nichts wert. Gar nichts. Traurig, aber wahr. 

 

Ich muss an die Überprüfung einer islamischen Familie denken, deren Sohn bei einer Schlägerei verletzt flüchtete. Wir mussten die Heimatadresse aufsuchen, um festzustellen, dass es dem jungen Mann gut geht. Mehr nicht. Reine Gefahrenabwehr. Der Gesuchte selbst war alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Vor Ort angekommen, die Familie betreibt einen Imbiss, werden wir Polizisten behandelt wie Dreck. Einen Scheiß erzählen die anderen Brüder uns über den Aufenthaltsort unserer Zielperson. Sie wollen nur wissen, wer ihn geschlagen hat, damit sie den oder die Typen fertig machen können. Wir Bullen sollen sofort die Namen rausrücken. Die deutschen Gesetze, müssen wir uns belehren lassen, sind eh scheiße. So etwas wird in der Familie geregelt. Dafür gibt es die Scharia! Das sind Momente, wo ich mir einen Flieger wünsche, der die jungen Männer nonstop in ihr Herkunftsland fliegt. Diese Kerle scheißen auf unsere Regeln; auch das lässt sich nicht anders ausdrücken.

 

Genau so seltsam kommen Anwälte bei mir rüber, denen es vor Gericht nicht um die Wahrheitsfindung geht. Ich kann mich sehr gut an ein Gespräch in einer Verhandlungspause eines Gerichtstermins erinnern. Es ging darum, dass ein Mann seine ehemalige Freundin halb tot geschlagen hat und der wirklich clevere Anwalt die Beschuldigungen vor Gericht geradezu umgedreht und das verwirrte Opfer so unter Druck gesetzt hat, dass es keines Wortes mehr fähig war. In der Pause des Termins sprach ich mit dem Anwalt und sagte ihm, dass nicht viel gefehlt hätte und sein Mandant hätte einen Mord begangen. Die Antwort des Mannes zog mir fast den Boden unter den Füßen weg: „Dazu kann ich nichts sagen. Meine Aufgabe ist es, meinen Mandanten frei zu bekommen. Was er getan hat, ist mir egal.“ Dazu fiel mir als Antwort nur ein, die Faust in der Tasche zu ballen.


 

Wir alle wollen Gerechtigkeit, Anstand, Moral, Ehre. Allerdings immer nur vehement und lautstark, wenn es um unsere Rechte geht. Die Rechte der Anderen sind uns scheißegal. Egal, ob das Flüchtlinge, Arme, Schwache oder Kranke sind. Unsere oberste Direktive ist, dass wir auf nichts verzichten wollen. Wir wollen alles, was uns zusteht und fordern jedes Recht ein, von dem wir glauben, dass es uns Vorteile verschafft. Anders herum läuft dieses Programm allerdings nicht.

 

Genau diese Einstellung, die ich in letzter Zeit immer öfter feststelle, macht mir nicht gerade Hoffnung, wenn ich an Dinge wie Umweltschutz oder das Leben meiner Enkel denke. Wir nehmen es noch immer hin, wenn uns große Konzern in einer Art und Weise betrügen, die für jeden Firmenboss eigentlich konsequenter Weise im Knast enden müsste, es aber definitiv nicht tut. Im Gegenteil. Oft dürfen diese Kriminellen, etwas anderes sind sie nicht, mit einer dicken Abfindung im Ruhestand verschwinden und der Steuerzahler rettet dicken Bankern oder betrügerischen Autobossen den Arsch. Zum Kotzen. Wir sind nicht mal in der Lage den Kauf der Produkte bestimmter Betrüger-Firmen zu boykottieren. Da müssten wir auf liebgewonnene Gewohnheiten oder einen Bonus beim Kauf verzichten. In Sachen Scheinheiligkeit reicht uns niemand das Wasser.

 

Ein ehemaliger Polizeiführer, den ich verachtet habe, sagte mal einen Satz, bei dem ich dachte: Kann also auch ein Idiot etwas Wahres sagen. Der Satz lautete: Wer andere ordnen will, muss selbst geordnet sein. Ein guter Satz. Nicht nur für Polizisten. Auch für Eltern, Lehrer, Brüder, Schwestern und Freunde.

 

All das ging mir durch den Kopf, während ich das Laub im Garten harkte. Und noch einiges mehr. Wir sind die Weltmeister des Heuchelns und der eigenen Übervorteilung. Wenn wir das nicht bald ändern; egal ob wir ein Firmenboss, Politiker oder Familienvater sind, dann geht diese Welt vor die Hunde.

 

Jean Reno sagte in seiner Rolle des Auftragskillers in -Leon, der Profi-: Es gibt Regeln! Recht hatte er. Wir sollten uns an diese Regeln halten und nicht permanent auf sie scheißen. Es könnte helfen; falls es nicht schon lange zu spät ist…



Thomas Knackstedt

 


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