N E U : 16. August 2018      


Schreiben hat jetzt die komplette Mauerweglauf-Homestory.


Link oder Leben hat das Mittwochtraining.


Laufen hat den Rennbericht zum Mauerweglauf.


In Laufen rufen die 161 Kilometer von Berlin.


In Link oder Leben gibt es einen Filmtipp.


Die Startseite hat eine Geschichte für Euch.


Link oder Leben hat das Wochenende.


Laufen macht einen Kniefall.


      

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.      



 

Kaninchenjagd

 

Es gibt Geschichten, die schreibt das Leben in Sekunden. Die sind so banal wie ein täglicher Sonnenaufgang und genau so unvergesslich wie dieser. Wenn dann noch Kinder und Tiere in der Geschichte vorkommen, kann nicht mehr viel schiefgehen. Eine dieser Geschichten will ich Euch erzählen.

 

Unsere Enkeltöchter Lotta und Ella sind 10 Tage zu Besuch bei uns. Ein Geschenk, das einem nicht wertvoll genug erscheinen kann. Vor allem sind ihre Eltern nicht dabei. Das ist dann noch mal was ganz anderes. Da muss ich nicht immer aufpassen, wenn Prinzessin Lotta Tausendschön einen ihrer Lifestyle-Anfälle bekommt, oder der kleine Teufel Ella mal wieder versucht, mir einen Schwinger zu verpassen. Da darf ich dann Lotta schon sagen, dass sie zu spinnen aufhören soll oder Ella warnen, dass sie eine geknallt bekommt, wenn sie den Opa schlägt. Doch ganz ehrlich: Diese Momente sind selten. Meistens verstehen wir uns prima.


 

Der Zufall will es, dass die Kinder plus Enkelkinder unserer Nachbarn Ingrid und Herrmann in den Urlaub gefahren sind und den Großeltern zwei Kaninchen zur Pflege dagelassen haben. Die Tiere sind in einem luftigen Holzverschlag plus Hopplerklo unter dem Balkon untergebracht. Es dauert einen Tag bis Lotta und Ella die Schlappohren ausgemacht und in ihr Herz geschlossen haben. Schon morgens rennen sie aufs Nachbargrundstück und füttern die Kaninchen mit Blättern und Mohrrüben. So weit so gut.

 

Nach ein paar Tagen unseres Urlaubs, wir haben gerade die Kinder, mal wieder viel zu spät, ins Bett gesteckt, stehe ich in der Küche und schenke mir ein Bier ein. Ich schaue aus dem Fenster auf den Hof von Ingrid und Hermann und denke: Was für eine verdammt hässliche Katze schleicht da in der Einfahrt herum? Mein Gehirn braucht ungefähr drei Sekunden, bis es realisiert, dass der hässliche Stubentiger in Wirklichkeit einer der beiden Hasen ist. Genauer gesagt: Emma! Ach du Scheiße! Tut mir leid, aber genau das denke ich. Wenn die Enkel aus dem Urlaub kommen und einer ihrer Lieblinge weg ist, werden die Großeltern ihre Enkelkinder vermutlich nie wieder sehen. Niemals darf so etwas passieren. Keiner wüsste das besser als ich. „Kathrin!“ schreie ich durchs Haus. Die Liebe meines Lebens schreckt vom Sofa auf und kommt zu mir. Ich zeige mit dem zitternden Arm zum Hof hinüber.„Das Kaninchen ist draußen. Lauf zu Ingrid und Herrmann. Ich versuche, es zu fangen.“ Damit beginnt die wilde Kaninchenjagd.


Kathrin klingelt Sturm an der Tür. Es dämmert bereits. Ich stehe vor dem Kaninchen, das ich von der Hofeinfahrt auf den Rasen gescheucht habe. Langsam  nähere ich mich dem Hoppler. So schwer kann das nicht sein, den dicken Moppelhasen zu fangen. Ich strecke die Hände nach dem Fellknäuel aus und muss erstaunt beobachten, wie der leicht übergewichtige Stallhase einen Satz von knapp zwei Metern macht. Wow! Als hätte er Sprungfedern unter den Pfoten. So wird das nichts.

 

Mittlerweile sind Ingrid, Kathrin und Herrmann an meiner Seite. Wir zingeln Emma ein und wollen sie packen. Doch wir haben keine Chance. Das kleine Mistvieh ist zu schnell. Nach ein paar fruchtlosen Fangversuchen hat sich das Kaninchen in die Hecke zum Nachbarn verdrückt. Kathrin sichert das Nachbargrundstück ab, damit uns Emma nicht ganz entschlüpft. Jetzt ist guter Rat teuer.

 

Während wir Männer grübelnd vor der Hecke stehen und nicht so recht weiter wissen probiert es Ingrid mit den Waffen einer Frau. Gut zureden und ein paar Blätter zum Knabbern hinhalten heißt das in diesem Fall. Nach etwa einer Minute kommt Emma tatsächlich aus der Hecke und knabbert an den Blättern. Doch sobald sich Ingrids Hand dem Langohr nähert, flitzt es wieder in die Hecke. Ich schaue mir das eine Zeit lang an und habe einen Plan. „Mach weiter!“ rufe ich Ingrid zu. „Ich bin gleich wieder da.“

 

Ich renne in unseren Stall und ziehe den großen Pappkarton unterm Regal hervor, in dem ich im Winter immer das Anmachholz für den Kamin aufbewahre. Das Riesenteil ist mal irgendwann als Verpackung von einem Röhrenfernseher übergeblieben. Ich halte den Pappriesen mit ausgestreckten Armen vor mich und laufe wieder nach drüben. Ingrid hat den Hoppler gerade wieder ans Knabbern gebracht und ich schleiche mich mit dem Karton von hinten an. Jetzt bloß keine unbedachte Bewegung. Ich mache einen langen Schritt und lasse den Karton über das Kaninchen segeln. Treffer! Ich drücke den Karton zu Boden und merke, wie wenig das Emma schmeckt. Hätten wir das Kaninchen also im Karton. Jetzt muss es nur noch irgendwie wieder zurück in den Verschlag. Ich bitte Herrmann eine Platte zu suchen, die wir unter den Karton schieben können. Er flitzt los und ist eine Minute später mit einer großen Styroporplatte wieder da. Das müsste klappen.

 

Wir schieben die Platte behutsam, Stück für Stück, unter den Karton. Emma bekommt das spitz und will ausbüxen. Immer wieder muss ich sie mit der Hand zurück unter den Karton drücken. Es dauert fast eine Minute, bis unser Manöver erfolgreich abgeschlossen ist. Herrmann und ich tragen den Karton zum Kaninchenheim zurück und Ingrid öffnet die Klappe des kleinen Stalls. Die befindet sich oben auf dem Verschlag und so brauchen wir den Karton nur umzudrehen und die verdutzte Emma wie einen Schluck Wasser hinein schütten. Zunächst klammert sich das Kaninchen noch an den Karton, dann plumpst es in seinen Stall. Puh! Mir fällt ein Stein vom Herzen. Auch Ingrid, Kathrin und Herrmann ist die Erleichterung anzumerken.

 

Mittlerweile ist es dunkel. Ingrid und Herrmann laden uns auf ein Glas Sekt ein, doch das müssen wir verschieben. Es ist schlichtweg zu spät. Während Herrmann den Hasenstall noch ausbruchsicher macht, erholen Kathrin und ich uns bei einem kühlen Weizenbier. Gott sei Dank waren Ella und Lotta nicht wach, die wären komplett durchgedreht. So haben wir vier Alten die Sache ganz gut gemeistert. Wir stoßen auf die gelungene Jagd an und ich bin ziemlich stolz auf uns…

                 


Thomas Knackstedt            

 


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