Link oder Leben
Hier ist Platz für alle Themen rund ums Laufen und Leben. Diese Rubrik kann sich bei besonderen Anlässen ändern und sich ganz speziell auf einen Wettkampf oder andere Dinge focussieren.
Ansonsten ist hier Raum für alles, was uns bewegt. Freundschaft, Abenteuer, Liebe, Leben, Alltag oder Urlaub. Lasst euch einfach überraschen...
Wind und Wetter.
Das gab es heute bei unserem Dreißiger im Übermaß. Es war kalt. 2 Grad, nicht gerade T-Shirt Wetter. Doch das macht uns Läufern wenig aus. Im zweiten Teil unseres Langen Laufs mussten wir allerdings schwer gegen den Wind navigieren. Der war nicht nur kalt, sondern auch spürbar stark. Aber wie sage ich in solchen Momenten gern: Gutes Training!
Punkt 10 Uhr ging es los. Annike, Ulrike, Marco, Roman und ich machten uns auf den Weg nach Alfeld. Jörn hatte mich vorher kontaktiert, er lief uns entgegen. Schon nach einem Kilometer trafen wir uns. Es ging an die Bundesstraße und dann durch die Feldmark nach Imsen. Ich musste mir doch tatsächlich anhören, was ich vorhätte. Ich sei viel zu schnell. Na ja, was man so schnell nennt. In Wispenstein ging es dann in die Leinewiesen und über den Auenpark zu unserem ersten Verpflegungspunkt am Kaiserhof. Kathrin und Silvia hatten uns dort den Posten eingerichtet.
Auf unsere Unterstützer können wir uns verlassen.
Nach der Verpflegung ging es weiter entlang der Bahnlinie nach Godenau. Von dort über Eimsen durch die Leinewiesen und zurück nach Alfeld. Hie stoppten wir wieder beim Verpflegungspunkt. Jetzt hatten wir 21,1 Kilometer auf dem Zettel. Seit unserem Wendepunkt in Wettensen schlugen wir uns mit einem kalten Gegenwind herum.
In den Leinewiesen...
Nach der Verpflegung wartete der Wind, noch eine Spur stärker, auf der Milchstraße schon auf uns. Das war jetzt echt unangenehm. Die Verhältnisse erinnerten mich an einen Marathonstart in Magdeburg, wo der Wind ein paar Dixies auf die Seite legte. Ein unvergesslicher Lauf.
... erwartete uns der Wind.
In Föhrste ging es dann steil nach oben zur Bundesstraße. Marco gab derart Gas, dass ich dachte, er glaubt, da oben wartete das Barbarakreuz auf ihn. Bei Kilometer 24 bergauf so zu beschleunigen, das hatte schon was. An der Bundesstraße ging es dann nach Delligsen hinunter und zurück zu unserem Startpunkt. Marco verschwand vor uns am Horizont und wir kämpften die letzten drei Kilometer zusammen. Ich merkte meine Beine hier schon deutlich.
Nach 2:38 Stunden war der Lauf im Kasten. Die Stimmung war bestens. Alle Beteiligten sind schon einigermaßen in Form. Ulrike hat den Lauf sehr gut absolviert. Bei ihr gehe ich davon aus, dass sie selbst noch gar nicht weiß, wie gut sie im Bereich Ausdauerlauf ist. Ich bin mir aber auch sicher, dass sie sehr bald realisieren wird, was sie auf der Langstrecke leisten kann. Nach dem Lauf ging es dann in die Sauna. Nach dem kalten Wind unterwegs war das eine echte Wohltat.
Thomas Knackstedt
Tempo in der Dunkelheit.
Nach einer Woche Eiseskälte mit schwierigen Laufbedingungen ist es wärmer geworden. Hier und da ist Laufen immer noch nicht möglich, aber es gibt Ausnahmen. Für unser Mittwochtraining hatte ich am Vortag eine Strecke gecheckt, auf der wir ungefährdet ein schnelleres Tempo anschlagen konnten, denn genau das stand auf dem Trainingsplan. Dabei ging Sicherheit vor Attraktivität.
Annike, Sarah, Ulrike, Jürgen, Mario, Arne, Messer, Roman, Dennis und ich stellten uns der heutigen Aufgabe. Es ging zunächst Richtung Feldmark. Dann liefen wir über den Siedlungsweg nach Delligsen. Dort ging es an die Bundesstraße. Wir liefen nach Varrigsen, drehten dort eine Ortsrunde und wieder zurück nach Delligsen. Dabei hieß es acht Kilometer im Tempo zu laufen. In Delligsen war dann auslaufen über das Neubaugebiet angesagt. Insgesamt kamen so 13 Kilometer zusammen.
Der Start an der Feldmark riss unser Feld sofort auseinander. Kein Wunde. Das Marathonrenntempo sollte unterschritten werden. So übernahmen Annike und Mario sofort die Führung. Dahinter waren Roman und Dennis unterwegs. Ulrike, Messer und ich folgten. Arne bildete die Nachhut. Sarah und Jürgen liefen ihr eigenes Ding.
So schöne Bedingungen hatten wir nicht.
Als positiv war anzumerken: Es war nicht glatt und die Wege waren frei. Negativ waren die Dunkelheit und das nasskalte Wetter. Entlang der Bundesstraße stellte ich fest, dass es schönere Strecken zum Laufen gibt. Aber das ließ sich jetzt nicht ändern. Der Anstieg in Varrigsen zur Bundesstraße hinauf ging ordentlich in die Beine. Nach Delligsen zurück lief es dann einfacher. Die Gruppen blieben zusammen und die Vorgaben wurden erfüllt. Dafür mussten wir uns ordentlich strecken.
Das eine will man, das andere muss man. Dieser Trainingsabend war vor allen Dingen Arbeit. Der Spaß stand bei diesen Bedingungen etwas hintenan. Es werden auch wieder angenehmere Bedingungen kommen. Bis dahin geht Sicherheit vor.
Thomas Knackstedt
Laufen im Schnee.
Heute Morgen war es so weit: Schnee, soweit das Auge reicht. In nur wenigen Stunden bekamen wir 10 Zentimeter der weißen Pracht serviert. Für viele jüngere Menschen läuft das unter „Schnee-Katastrophe.“ Wir Älteren wissen allerdings, dass das lediglich Winter ist, mehr nicht. Eine Schnee-Katastrophe hatten wir im Winter 1978/79. Wer das miterlebt hat, der kann über die aktuellen Schneemengen nur milde lächeln.
Was das Laufen angeht, reichen allerdings auch diese Mengen, um bestimmte Dinge zu beachten. Wer mich kennt, der weiß, wie sehr ich auf Cross laufen stehe. Läufe im tiefen Schnee sind da ein absoluter Leckerbissen. Allerdings sollte da die Devise „kurz und knackig“ heißen. Wer jetzt seine Langen Kanten über 30 oder 35 Kilometer abreißen will, dem rate ich zur Vorsicht. Und das hat in erster Linie nicht damit zu tun, dass man ausrutschen und stürzen könnte. Wobei natürlich auch das zu beachten ist.
Laufen im Schnee ist ein Riesenspaß.
Die Gefahr bei tiefem Schnee oder vereisten Böden ist, dass man bei jedem Schritt leicht wegrutscht. Der Körper gleicht dann mit seiner Stützmuskulatur intuitiv aus. Wenn er das über zweieinhalb oder drei Stunden macht, ist das ein gewaltige muskuläre Aufgabe. Vor allem aber ist es eine Aufgabe, die der Körper sonst nicht ausführt. Das heißt, das bestimmte Teile der Muskulatur, die sonst nur wenig genutzt werden, extrem belastet werden.
Als wir letzte Woche unseren Dreißiger gelaufen sind, war ungefähr die Hälfte der Strecke leicht vereist. Immer wieder rutschten wir minimal weg. Zum Laufen kein Problem, aber einen Tag später spürte ich die Muskelansätze meiner Wadenmuskulatur seitlich des Knies überdeutlich. Andere Mitläufer klagten über Muskelschmerzen im Berich der Schultern und Halsmuskulatur. Insofern würde ich Läufe über mehrere Stunden bei verschneiten oder vereisten Böden unterlassen.
Aber dieser Spaß ist anstrengend.
Ansonsten sind die üblichen Kälte-Tipps anwendbar. Handschuhe, Mütze, ggf. Gamaschen (damit kein Schnee in die Schuhe gerät), passende Bekleidung, Schuhe mit profilierter Sohle. Sollte es spiegelglatt werden, rate ich zu Yak-Traks ober ähnlichen Anti-Rutsch-Hilfen. Einfache Spikes reichen da übrigens nicht. Ich erinnere mich gern an einen Lauf mit Karsten, wo wir im Tiefschnee die Spikes rausholten. Der Backschnee setzte sich sofort zwischen den Spikes fest und nach 100 Metern waren wir 15 Zentimeter größer und konnten gar nicht mehr laufen.
Seid also immer schön vorsichtig und übertreibt es nicht. Bei diesen Bodenverhältnissen ist ein 10 Kilometer Lauf im Tiefschnee so anstrengend wie ein 20 Kilometer Lauf auf trockener Straße. Daran solltet ihr immer denken. Und ihr wisst ja: Sollte euer Körper zu Euch sprechen, dann hört sehr gut zu…
Thomas Knackstedt
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