Link oder Leben

 

Hier ist Platz für alle Themen rund ums Laufen und Leben. Diese Rubrik kann sich bei besonderen Anlässen ändern und sich ganz speziell auf einen Wettkampf oder andere Dinge focussieren.   

 

Ansonsten ist hier Raum für alles, was uns bewegt. Freundschaft, Abenteuer, Liebe, Leben, Alltag oder Urlaub. Lasst euch einfach überraschen...


 

 




Alle Jahre wieder…


… beginnt die Marathon Vorbereitung mit einem 30 Kilometer Lauf. Wie sagte Roman heute so schön: „Immer dieser erste Sch… Dreißiger.“ Tja, so ist das nun einmal. Das eine willst Du, dass andere musst Du. Die Marathon Vorbereitung für die Deutschen Meisterschaften im Marathon in Hannover startete genau heute um 10:30 Uhr.


Ulrike, Annike, Jan, Karsten, Roman und ich liefen zusammen. Jacqueline und Messer hatten ihre Langen Läufe bereits vorgezogen. Das Wetter war so mittel. Die Temperatur genau am Gefrierpunkt. Das sorgte leider dafür, dass auf der Hälfte der Strecke mit Vereisungen zu rechnen war. Was wesentlich unangenehmer war als der leicht rutschige Boden war ein fieser Nordost-Wind, der die Kälte gefühlt noch ein wenig kälter machte.



5. Januar 2025.


Wir starteten bei uns und liefen zunächst durch den Ort. Kurz vor dem Ortsausgang gab es den ersten, und zum Glück einzigen Sturz des Laufs. Ein großes Aluminium-Werbeschild war umgefallen und lag unter dem Schnee. Als Ulrike darauf trat, saß sie sehr schnell auf dem Hosenboden. Gott sei Dank war nichts weiter passiert. Dann ging es an die Bundesstraße 3. Dort liefen wir bis zur Stroiter Mühle. Ab Ammensen war der Radweg dann gut geräumt. Zurück liefen wir voll in den Wind hinein. Das kühlte uns ordentlich aus.



Da startete die Vorbereitung vor einem Jahr. 


Nach 21 Kilometern und 1:57 Stunden waren wir wieder am Ausgangspunkt. Hier gab es jetzt warmen Tee, Riegel und kühle Getränke. Jetzt stieß auch noch Marco zu uns. Jan war mit seinem Lauf durch, da er schon 10 Kilometer vorab gelaufen war. Die letzten 9 Kilometer brachten uns hinter das Kaierder Forsthaus und wieder zurück. Hier ging es jetzt langsam ans „Eingemachte.“ Roman musste unterwegs kurz verschnaufen und Annike und Karsten zeigten uns die Hacken.


Zusammen mit Ulrike und Marco lief ich die letzten 4,5 Kilometer. Ulrike leistete dabei ihren ersten Dreißiger überhaupt mit Bravour ab. Wobei allen, die sie kennen, klar war, dass sie das locker draufhat. Nach 2:47 Stunden waren wir durch. Ich hatte noch eine Stunde später eiskalte Hände, aber ansonsten ging es ziemlich gut. Der Anfang ist gemacht.


Thomas Knackstedt



Silvester on Ice
oder
Gotham City ist überall.


Wieder geht ein Jahr zu Ende. In unserer Laufgruppe ist es da schon zum Ritual geworden, sich am letzten Tag des Jahres zu treffen und eine gemeinsame Runde zu laufen. In diesem Jahr war Natascha die Initiatorin unsers Silvesterlaufs. Wir verabredeten uns auf 10 Uhr am Von Langen Platz, um dann über den Kammweg zum Raabeturm und Roten Fuchs zu laufen. Von dort sollte es über den Langen Weg wieder zum Ausgangspunkt zurückgehen. Da kamen dann ungefähr 16 Kilometer zusammen.


Natascha, Karsten, Arne, Messer, Dennis, Mario und ich waren am Treffpunkt. Und dann kam, zu unser aller Überraschung, noch ein alter Bekannter dazu. In schwarzem Gewand, mit Six-Pack und Maske, machte uns Marco „Batman“ seine Aufwartung. Er hat uns schon mehrfach begleitet und ist ein gern gesehener Gast. Mit ihm an unserer Seite brauchen wir uns um das Thema Sicherheit keine Gedanken machen. Zur Unterstützung waren dann auch noch Leni und Karl dabei, unsere vierpfotigen Schnüffler.



Gleich geht es los. 


Es ging zunächst bergauf. Kalter Wind, hier und da ein wenig Schneegriesel, aber ein trockener, gut zu belaufender Boden. Die Verhältnisse waren okay. Wir blieben in der Gruppe zusammen. Dann kamen die Top-Anstiege zur Feuerschneisenhütte und anschließend zur Bloßen Zelle. Da hieß es: Kopf nach unten, einen Schritt vor den anderen setzen, irgendwann wird man schon oben ankommen. Die Sicht war miserabel. Aber als Batman sein Cape im Wind um die Feuerschneisenhütte flattern ließ, wussten wir alle: Gotham City ist überall! Was für ein Anblick!



Er wacht über unseren Schlaf: Batman!


Weiter ging es zum Raabeturm. Dort trafen wir auf ein Pärchen mit zwei Hunden. Die Menschen freuten sich Batman zu sehen, die Hunde wirkten etwas verstört. Das Pärchen wies uns darauf hin, dass es in Richtung Roter Fuchs sehr glatt werden würde. Ich dachte noch: „Hä? Wir sind ja schon knapp 7 Kilometer unterwegs und glatt war es nirgendwo.“ So liefen wir weiter. Nach etwas 200 Meter kam uns ein Spaziergänger entgegen, der uns zurief: „Aufpassen. Es wird glatt!“ Die schienen sich also abgesprochen zu haben. Noch ehe ich mir weitere Gedanken machten konnte, legte Batman die erste „Flugeinlage“ des Tages hin. Rummmms! Lag er da. Wir stellten sofort fest, dass der gesamte Schotterweg komplett von einer Millimeter dicken Eisschicht überzogen war. Jeder Schritt auf dieser Fläche war extrem gefährlich. Mit Schlittschuhen wäre man da perfekt zurechtgekommen.



Gemischte Gruppe unterwegs. 


Batman legte noch einen zweiten Flug hin. Messer und Dennis schlossen sich kurze Zeit später an. Dieses Fliegen ist echt ansteckend. Den nächsten Kilometer verbrachten wir damit schlitternd und rutschend, abseits des Weges, zumeist im Graben oder auf Laubflächen, voranzukommen. Es war tatsächlich unvorstellbar glatt.



An der Feuerschneisenhütte. 


Erst auf dem Langen Weg löste sich die Eisfläche auf und wir konnten wieder laufen. Eine echte Erleichterung. Das Gleichgewicht halten und unsichere Bewegen auf dem Eis kosten nicht nur Kraft, sondern geht auch auf Rücken und Knie. Das freie Laufen setzte dann noch einmal Kräfte frei. Mario und Batman machten den Weg frei, Leni direkt im Schlepptau. Natascha, Messer, Dennis, Karsten Arne und ich folgten. Karl trieb das Feld vor sich her. Und wie es immer so ist: Je näher wir dem Ziel kamen, desto schneller wurde es.



Kann jederzeit wiederkommen: Batman.


Wieder am Von Langen Platz freuten wir uns alle über einen gelungenen Jahresabschluss-Lauf und, dass sich niemand die Knochen gebrochen hat. Das wäre heute allemal drin gewesen. Auf dem Nachhauseweg habe ich dann Batman im Auto mitgenommen, weil er keinen Bock mehr hatte, bis nach Gotham City zu laufen. Das war natürlich gern geschehen. Ich freue mich schon jetzt darauf, wenn die große Fledermaus das nächste Mal an unserer Seite läuft.



Thomas Knackstedt



Laufen unter Freunden.


In den letzten Jahren merke ich immer wieder, wie alt ich bin. Das passiert natürlich beim Laufen. Die Leistung geht runter, das bekommt jeder mit. Aber ich meine noch etwas anderes. Je älter man wird, desto mehr Menschen kennt man. In letzter Zeit passiert es mir immer wieder, dass meine Läufe unterbrochen werden, weil ich unterwegs jemanden treffe, den ich kenne. Früher hätte mich das unsagbar gestört, aber heute gefällt mir das. Verrückt, oder?


Auch heute war es so. Ich hatte eine 10 Kilometer Runde auf dem Zettel, um schon mal ein paar Kalorien zu verbrennen, die mit dem Entenbraten heute Abend wieder Einzug in meinen Körper halten würden.


Seit Tagen war das Thermometer endlich mal wieder in den Plusbereich gehüpft. Wenn auch nur um einen einzigen Grad. Aber gegen die 11 Grad Minus der letzten Tage war das fast schon kuschelig warm.


Ich lief in Richtung Grünenplan. Ließ den Ort rechts liegen und nahm einen Schleichweg in Richtung Wassertretanlage. Kurz bevor ich dort ankam, traf ich meinen alten Fußballkumpel Andi. Der war mit seinem Hund spazieren. Wir hatten damals auf dem Fußballplatz eine verdammt gute und sehr erfolgreiche Zeit. Natürlich haben wir ein wenig gequatscht. Es wäre schlimm, hätten wir das nicht gemacht.



Danach näherte ich mich meinem Wendepunkt. Dort blieb ich an einer gefrorenen Fahrzeugspur hängen und stieß mir so richtig schön den großen Zeh an. Da war ich wieder hellwach. Zurück ging es leicht bergab und ich konnte das Tempo anziehen.


Kurz vor zuhause überholte ich dann noch eine Bekannte, die ich längere Zeit nicht gesehen hatte. Auch hier war ein kleiner Stopp angesagt und ein kurzes Gespräch. Sehr schön. Danach ein Schlussspurt nach Hause und die 10 Kilometer waren in der Tasche. So, jetzt kann der Entenbraten kommen. Ich freue mich schon…



Thomas Knackstedt



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