Sie laufen, und laufen, und laufen...        

         

Die Delligser Läufer sind viel unterwegs. Hier werdet ihr immer wieder Berichte von den Wettkämpfen der Delligser finden. Natürlich gibt es auch mal eine Homestory oder ein wenig Laufkunde. Lasst euch überraschen..

 

Wer unsere Gruppe nicht kennt: Wir laufen seit 1998 zusammen und sind mittlerweile über 20 Marathon- und Ultraläufer. 2008 haben wir in der Gruppe die schnellste Laufdurchquerung Deutschlands zu Fuß hinbekommen. Nach 2 Tagen und 22 Stunden waren wir in einer Staffel, ohne Unterbrechung, von Österreich nach Dänemark gelaufen. Ansonsten waren wir als Mannschaft bei den großen Marathons und Ultraläufen sehr erfolgreich und verfügen auch über ein paar verdammt schnelle Läuferinnen und Läufer. 


 

Legen wir also los...



Vertrauen

 

Das Mittwochtraining ist zu einem Ritual in meinem Leben geworden, dass ich nicht missen möchte. Das hat nicht nur mit Laufen zu tun. In erster Linie geht es darum Menschen zu treffen, die mir etwas bedeuten. Was vor 21 Jahren noch eine ungeordnete Gemeinschaft von flüchtigen Bekannten und Unbekannten war, ist zwei Jahrzehnte später ein fester Bestandteil meines Lebens geworden. Ich möchte keine einzige Bekanntschaft missen, die ich als Trainer des Delligser Lauftreffs gemacht habe. Selbst die schwierigen und komplizierten Menschen, die ich kennenlernte, haben mein Leben bereichert. Wobei schwierig und kompliziert nur meine Sichtweise ist. Ich weiß, dass ich weder das Recht noch die Fähigkeit habe andere Menschen zu bewerten.

 

Insofern tat mir die Pause heute Abend weh. Aber: Mit Halsschmerzen, Husten und einer Rotznase gehört man überall hin, aber nicht auf die Laufstrecke. Schon gar nicht auf ein Training des Delligser Lauftreffs. Denn das ist immer härter als ein Wettkampf.

 

Heute war dann auch schmale Besetzung angesagt. Kathrin und Sonja stellten die Frauenfraktion. Halt, da habe ich Gosje noch vergessen. Die war mit Jürgen da. Dazu gesellten sich noch der Doc, Messer und Arne. Für alle stand ein Lauf über Kaierde an. Wir Kathrin mir mitteilte, hielt sich die Motivation der Beteiligten in Grenzen. Im Januar ist das allerdings kein Problem.



Training in der Gruppe.

 

Die Jahre haben mir gezeigt, dass meine Anwesenheit als Trainer für diese Gruppe komplett obsolet geworden ist. Jeder, der hier seit Jahren läuft, weiß was er zu tun hat, um seine Leistung zu erreichen. Es macht mich sogar ein bisschen stolz, dass es alle so weit geschafft haben. Herr, oder Frau, ihres eigenen Trainings zu werden. Niemand kennt den Körper und die Fähigkeiten eines Läufers besser als dieser selbst. Ich bin eigentlich nur dazu da, jedem einzelnen genau das klar zu machen…


   

Thomas Knackstedt



Langlebiges Dämpfungswunder.

 

Der Brooks Adrenaline fand erst nach vielen Jahren den Weg in mein Laufschuhregal. Nicht etwas, weil ich ihn mied, aber bei den örtlichen Händlern waren Brooks-Schuhe eher Exoten im Verkauf. Als ich  nach vielen Jahren Laufen die Gewissheit hatte, dass die meisten Marken-Laufschuhe sich qualitativ kaum voneinander unterscheiden, bestellte ich mir einen Brooks Adrenaline, um den Schuh auszuprobieren.

 

Der Schuh sieht nicht gerade wie eine Hochleistungsrakete aus. Er verkörpert eher den soliden, gut gedämpften Trainingsschuh. Ich war erstaunt, wie weich und angenehm sich der Schuh am Fuß trug. Das verwunderte mich. Mit dem Adrenaline zu laufen, war schlichtweg eine Freude. Die hervorragenden Dämpfungseigenschaften, die er auf Beton und harten Böden hat, schlossen ihn für mich allerdings auch als Wettkampfschuh aus. Da möchte ich dann doch mehr Gefühl für den Boden haben.



Hier läuft es sich am besten mit Spikes.

 

Der Adrenaline bietet ausreichend Platz für die Zehen. Seine Sohle ist griffig und kommt mit einfachen und mittelschweren Untergründen gut zurecht. Ein ausgemachter Crossrunner ist er nicht. Der Schuh überzeugt durch seine stabile Fabrikation und die damit verbundene Langlebigkeit. Bis heute hat es der Schuh in seine 18. Modellstufe geschafft. Allein das spricht für sich. Ich persönlich würde ihn als Trainingsschuh für viele Kilometer jeder Zeit wieder kaufen.


   

Thomas Knackstedt



Running against the Wind.


Schon Bob Seeger wusste, dass das nicht so einfach ist. Wobei... ein Lauf bei fiesem Sturm ist noch immer ein Kindergeburtstag gegen eine Radfahrt bei gleichen Bedingungen. Vor allem, wenn noch Regen oder Schneefall dazu kommt, gerät man sehr schnell an seinen Grenzen.


Heute hatte sich ein Sturmtief im Norden breit gemacht und als ich meine kleine MIttagsrunde drehte, machte sich das bemerkbar. Auf den ersten Kilometern pustete mir der Wind direkt von vorn ins Gesicht. Auf dem Rückweg schob er mich mit Macht vor sich her.


Bei solchen Bedingungen müsst ihr euch zunächst fragen, was ihr für ein Typ seid. Bei mir ist es so, dass ich immer erst lieber gegen den Wind laufe und dann mit Rückenwind zurück. Einziger Nachteil: Wenn der Wind sich während des Laufs dreht, sieht man extrem alt aus. Wer also überhaupt nicht gern gegen den Wind läuft, sollte zuerst immer die Rückenwindabteilung nehmen. Falls sich der Wind dann dreht, hat man sogar noch Glück gehabt.


Ich kann mich an den Magedeburg Marathon 2010 erinnern, den ich "den Marathon der fliegenden Dixis" nannte. Da wehte der Wind so stark, dass die Dixi-Toiletten alle umkrachten.



Mit Silvia und Jogi 2010 beim Start des Magdeburg Marathons.


Auch beim Frankfurt Marathon spielte der Wind schon desöfteren verrückt. Einmal blies er sogar die drei Erstplatzierten Frauen bei der Siegerehrung vom Treppchen.


Solltet ihr einen Marathon bei starkem Wind laufen, teilt euch eure Kraft unbedingt ein. Seid clever. Bei dem oben genannten Marathon in Magdeburg lief ich bei Kilometer 24 auf Sigrid Hoffmann auf. Sie lief ihren ersten Marathon und lag in diesem Moment auf Platz 4 des Frauenfeldes. Die vor ihr laufenden drei Führenden konnten wir nicht einmal sehen. Ich war relativ langsam gestartet, da der gesamte Rückweg vom Blauen Kreuz in den Wind hinein ging. Vor mir lief mein Freund Jogi, der mich am Anfang echt stehen ließ. Beim Halbmarathon hatte Jogi schon 6 Minuten Vorsprung vor mir.


Mit den Körnern, die ich noch hatte, zog ich Sigrid von Platz 4 auf Platz 1. Wir räumten auf dem Rückweg das Feld ab. Auch Jogi. Der hatte sein Pulver kurz vor dem Ziel verschossen.  Das war ein wunderbares Rennen, das Sigrid nur gewann, weil sie die beste Renneinteilung der Damen hatte. Ich denke verdammt gern an diesen windigen Tag zurück.



Thomas Knackstedt



 

 

 

 

 

 

 

 

 

01013454