Sie laufen und laufen...
Unsere Läufer sind viel unterwegs. Hier werdet ihr immer wieder Berichte von unseren Wettkämpfen finden. Natürlich gibt es auch mal eine Homestory oder ein wenig Laufkunde. Lasst euch überraschen..
Wer unsere Gruppe nicht kennt: Wir laufen seit 1998 zusammen und sind mittlerweile über 20 Marathon- und Ultraläufer. 2008 haben wir in der Gruppe die schnellste Laufdurchquerung Deutschlands zu Fuß hinbekommen. Nach 2 Tagen und 22 Stunden waren wir in einer Staffel, ohne Unterbrechung, von Österreich nach Dänemark gelaufen. Ansonsten waren wir als Mannschaft bei den großen Marathons und Ultraläufen sehr erfolgreich und verfügen auch über ein paar verdammt schnelle Läuferinnen und Läufer.
Legen wir also los...
2:04:46 Stunden.
Das ist der Deutsche Rekord im Marathon. Der ist in den letzten Jahren mehrfach verbessert worden. Aktuell wird er von Samuel Fitwi gehalten. Nur zwei Sekunden dahinter liegt die Zeit von Amanal Petros, der den Rekord zuvor innehatte.
Die Entwicklung der deutschen Marathonbestzeiten verlief alles andere als linear. Jörg Peters 2:08 Stunden aus dem Jahr 1988 wurde erst 27 Jahre später von Arne Gabius um 14 Sekunden unterboten. Dann dauerte es wieder 8 Jahre, bis Amanal Petros die Zeit auf 2:04 Stunden verbesserte. Ein Jahr danach war Samuel Fitwi 2 Sekunden schneller.
Amanol Petros 2023 beim Hannover Marathon.
Jetzt kommt es in Valencia zum gemeinsamen Lauf von Fitwi und Petros. Beide sind sich sicher, dass der Deutsche Rekord fallen kann. Sie sind gut trainiert und hoffnungsvoll. Die Strecke ist schnell und das Wetter soll gut werden. Wir dürfen also gespannt sein. Mit Hendrik Pfeiffer und Sebastian Hendel sind zwei weitere starke deutsche Marathonläufer am Start.
Bei den Frauen liegt der Deutsche Rekord bei einer Zeit von 2:19:19 Stunden. Irina Mikitenko hat ihn 2008 aufgestellt. Sie ist die bisher einzige deutsche Frau, die unter 2:20 Stunden gelaufen ist. Ihr Rekord löste damals den 14 Jahre alten Rekord von Uta Pippig ab. Er lag bei 2:21 Stunden.
Auch 2024 war er in Hannover dabei.
In Valencia ist somit nicht mit einem Deutschen Rekord bei den Frauen zu rechnen. Interessant wird es trotzdem, denn Gesa Krause, unsere Europameisterin über 3000 Meter Hindernis und Halterin des Deutschen Rekords über diese Strecke geht ins Rennen. Sie will sich auf der Marathonstrecke versuchen. Ihr Trainer Wolfgang Heinig weiß, wie es geht. Seine Frau Katrin Dörre-Heinig war mehrfache Deutsche Meisterin und Rekordhalterin auf der Marathonstrecke. Ihre Bestzeit lag bei 2:24 Stunden. Gesa Krause will die 2:30 Stunden unterbieten. Das wird ganz sicher kein Selbstläufer.
Morgen, um 08:15 Uhr, ist es dann soweit. Der Startschuss wird die schnellen Läuferinnen und Läufer auf die Strecke schicken. Sportfans hier bei uns können den Lauf im Livestream auf dem ARD Sportschau-Kanal mitverfolgen.
Thomas Knackstedt
Filmtipp
Heute gibt es hier mal einen Filmtipp. Der hat mit Sport zu tun und mit einem Hund. Die Geschichte hat einen wahren Hintergrund und ist, meiner Ansicht nach, absolut sehenswert.
Film: Arthur der Große.
Regie: Simon Cellan Jones
Wir sind EIN Team!
Das ist die Devise für das Team von Michael Light (Mark Wahlberg) bei der Adventure Racing World Championship in der Dominikanischen Republik. 5 Tage lang wird dort gerannt, geklettert, Rad gefahren und mit dem Kanu gepaddelt, um das beste Team der Welt zu finden. Michael ist ein alternder Champ, der noch nie gewonnen hat. Das will er jetzt nachholen. Doch er findet weder ausreichend Sponsoren noch räumt man ihm Chancen ein. Als er sein Team beisammen hat, startet der Wettkampf mit unbekanntem Ausgang. Nach der Hälfte des Rennens gesellt sich der Hund Arthur zum Team. Eine wunderbare Geschichte beginnt…
Nach einer wahren Begebenheit hat Simon Cellan Jones -Arthur der Große- auf die Leinwand gebracht. Die Geschichte hat alles, was ein großes Abenteuer braucht. Helden, Herzschmerz, Tragödien, Leid und Freude. All das ist hier und da vielleicht ein wenig zu hanebüchen und kitschig geraten, aber das ist in der Summe der Bewertung locker zu verschmerzen. Der Film berührt die Herzen und nimmt den Zuschauer mit. Ganz nebenbei gibt es herrliche Landschaftsaufnahmen und einen vierbeinigen Hauptdarsteller, der die Sympathien im Sturm erobert. Insofern gibt es von mir die Empfehlung zum Anschauen. -Arthur der Große- erzählt die Geschichte, dass man belohnt wird, wenn man niemals aufgibt. Allein das ist eine Botschaft, die vielen von uns gut tut.
Thomas Knackstedt
Anstrengungen werden belohnt.
So sieht das zumeist beim Laufen aus. Wer sich reinhängt, etwas tut, sich weiterentwickelt, der wird am Ende auch den Lohn dafür kassieren. Für uns hieß das heute, im Kleinen, wer sich in einer Trainingseinheit einen verdammt harten Anstieg hinauf quält, der wird mit einem wunderbaren Ausblick belohnt.
So sieht eine Belohnung aus.
Auch an uns geht der Wintereinbruch nicht spurlos vorbei. Zum Training hatten sich einige Läuferinnen und Läufer abgemeldet. Husten, Schnupfen, Heiserkeit sind auch bei Langstreckenläufern ein Thema. Keine Frage. Wobei einige meiner Mädels und Jungs die Trainingspause auch als reine Vorsichtsmaßnahme durchführen. Vernünftig!
Sarah, Ulrike, Jürgen, Arne, Messer, Karsten, Jan, Roman und ich trafen bei -2 Grad am Treffpunkt ein. Es war ganz schön kalt. Aber beim Laufen wird man ja bekanntlich warm. Für den Abend hatte ich eine Runde um Delligsen geplant. Wir waren gut mit Stirnlampen ausgerüstet und konnten so sogar eine Runde durch die Feldmark drehen. Wie eine Lichter-Lokomotive zogen wir durch die dunkle Pampa. Dann ging es ein Stück an der B3 entlang und wieder in den Ort.
Am Hartplatz wartete dann das Highlight des Trainings auf uns. Einmal zum Waldrand den Steinberg hinauf. Wer die Strecke nicht kennt: Es geht auf 600 Metern insgesamt 100 Höhenmeter nach oben. Der Anstieg macht nach oben zu, das heißt, es wird mit jedem Meter immer steiler. Der Vorteil im Winterhalbjahr ist, dass es dunkel ist, und man nicht sieht, wie steil und weit es noch ist. Wir haben jedenfalls reichlich Schweißtropfen vergossen, bis wir oben waren. Egal, ob man hier langsam oder schnell läuft, es ist verdammt anstrengend.
Oben gab es dann als Belohnung diese wunderbaren Ausblicke auf Delligsen. Für mich gab es zudem wieder einmal die Freude, zu beobachten, wie fit meine Läuferinnen und Läufer sind, denn: Den Steinberg, egal in welcher Geschwindigkeit, laufen nur wenige Menschen hinauf. Für die meisten Menschen wäre das eine unlösbare Aufgabe.
Schöne Bilder, von Ulrike eingefangen.
Danach ging es am Ortsrand entlang wieder Richtung Sportplatz. Es wurde viel geredet und gelacht. Auch das ist ein Grund, dass die Trainingsbeteiligung hoch ist. In den nächsten Wochen wird es ruhig zugehen, bis dann, Anfang Januar, die Marathon-Vorbereitung losgeht.
Thomas Knackstedt