Sie laufen, und laufen, und laufen...        

         

Die Delligser Läufer sind viel unterwegs. Hier werdet ihr immer wieder Berichte von den Wettkämpfen der Delligser finden. Natürlich gibt es auch mal eine Homestory oder ein wenig Laufkunde. Lasst euch überraschen..

 

Wer unsere Gruppe nicht kennt: Wir laufen seit 1998 zusammen und sind mittlerweile über 20 Marathon- und Ultraläufer. 2008 haben wir in der Gruppe die schnellste Laufdurchquerung Deutschlands zu Fuß hinbekommen. Nach 2 Tagen und 22 Stunden waren wir in einer Staffel, ohne Unterbrechung, von Österreich nach Dänemark gelaufen. Ansonsten waren wir als Mannschaft bei den großen Marathons und Ultraläufen sehr erfolgreich und verfügen auch über ein paar verdammt schnelle Läuferinnen und Läufer. 


 

Legen wir also los...



Tempo mit Geschichte


Es war was los beim Mittwochtraining. Gutes Wetter und gute Beteiligung. Am Treffpunkt trudelten Sonja, Kathrin, Messer, der Doc, Arne, Johannes, Jürgen, Mario W. und ich ein.


Da es bereits stockdunkel war, liefen wir nach Kaierde. Die Mädels waren mit einer kleinen Dorfrunde dran und die Jungs mit einer großen. Dabei wurden die Herren bestens unterhalten.


Der Doc war in der Woche auf einer Fortbildung und da ging es um Sportmedizin. Man hat die Doktoren auf einer 200 Meter Laufbahn gescheucht und Laktatwerte genommen. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wer da der älteste Doc war, wer beim Laufen die anderen abgezogen hat, und wer zum Schluss die besten Werte hatte. Logisch! Das hätte ich euch natürlich vorher sagen können, schließlich kenne ich meinen Arzt. Thomas Schilderung war so lebendig, dass wir den Doc mit zusammengebissenen Zähnen auf der Laufbahn regelrecht vor uns sahen.



Der Doc 2015 in Grodzisk.


Am Ende liefen wir wieder nach Delligsen und das Tempo ging wie von selbst nach oben. Erst  zogen Johannes und Mario W. an, dann war es Messer, der den Schlussspurt einleitete. Es wurde schnell und anstregend, aber Spaß hat es auch gemacht. In dieser Truppe sowieso.



Thomas Knackstedt



Angekommen!


Wer hier öfter zu Gast ist, der weiß, dass wir vor kurzem den japanischen Austauschschüler Seishiro bei uns hatten. Dieser junge Mann war ein echter Hauptgewinn für uns alle. Seishiro wohnte drei Wochen bei uns und bereicherte unser Leben an jedem einzelnen Tag.


Auch in der Laufgruppe war er mit unterwegs. Als Rugbyspieler war Seishiro mehr ein Sprinter als ein Ausdauerläufer, aber er verkaufte sich auf längeren Strecken ebenfalls extrem gut. Beim Essen war er unschlagbar. Da konnte ihm niemand das Wasser reichen.



Seishiro, Kathrin und der Google Übersetzer.


Es gab einen tränenreichen Abschied, als Seishiro zu seiner neuen Gastfamilie nach Rheinland Pfalz abreiste. Wir drückten die Daumen und hofften inbrünstig, dass er es mit seiner neuen Gastfamilie gut treffen würde.


Klar blieben wir in Kontakt. Jetzt kann ich euch berichten, dass es Seishiro sehr gut geht. Er hat sich eingelebt und ist in einer wunderbaren Familie sehr gut aufgenommen worden. Die Schule macht ihm Spaß und Freunde hat er ebenfalls schon gefunden. Für Kathrin und mich war das eine traumhaft schöne Nachricht. Wir werden weiter in Kontakt mit Seihiro bleiben und hoffen, ihn irgendwann noch einmal wiederzusehen.



Thomas Knackstedt



Zu alt für den Sprint.

 

Die Niedersächsischen Polizeimeisterschaften im Crosslauf fanden in diesem Jahr in Sandkrug statt. Im Jahr 1998 war ich dort schon einmal am Start. Ich erinnere mich dunkel an eine schöne Cross-Strecke und eine starke Konkurrenz. Beim Stöbern in alten Ergebnislisten stelle ich fest, dass ich damals auf den 10 Kilometern in 40:24 Minuten unterwegs war und den 11. Platz belegte. Verdammt, ist das schon so lange her?

 

In diesem Jahr fahren Messer und ich nach Sandkrug. Eigentlich sollten Karsten und Mario bei uns sein; sind sie aber nicht. Unser Start ist am Nachmittag und wir starten gegen 11 Uhr auf die 222 Kilometer lange Strecke. Mit Messer ist die Anreise extrem entspannt. Wir quatschen, lachen, fachsimpeln und wissen nicht genau, was uns heute erwartet. Die Baustellen auf de A7 sind uns gnädig und wir stehen nicht im Stau. In der Nähe von Bremen machen wir eine kurze Rast für einen Kaffee und ein Brot. Natürlich stärke ich mich mit dem Honig von Supermario. Das wird so langsam zur Manie.

 

Das Wetter ist traumhaft, als wir Sandkrug erreichen. Eine tief stehende Sonne verwandelt einen kleinen Eichenwald in einen Märchenhain. Wir ziehen uns um und laufen uns locker warm. Die Strecke ist anspruchsvoll und abwechslungsreich. Vor allem gefällt mir der weiche Waldboden, der von Kiefernnadeln und Blättern bedeckt ist. Es gibt nur einen kleinen Schotterabschnitt, der Rest ist Wald pur.



Traumhafte Bedingungen.

 

Im Start- und Zielbereich treffen wir ein paar alte Bekannte; im wahrsten Sinne des Wortes. Rennleiter Jochen geht in drei Wochen in Rente und Laufspezi Michael ist verletzt und kann nicht starten. Dann sehen wir auch noch den zweiten Michael, der später den vierten Platz belegen wird. Kurze Zeit später stehen wir im Startbereich und mir wird bewusst, dass ich mir meinen stärksten Konkurrenten selbst mitgebracht habe. Messer ist auf der Kurzstrecke nicht zu unterschätzen. Allerdings stelle ich auch fest, dass wir beiden „Alten“ hier nicht so recht ins Bild passen. Die Teilnehmerliste zeigt mir, dass der nächst ältere Starter Baujahr 1978 ist. Dann folgt ein ganzer Schwung Läufer mit 80er Baujahr und noch mehr junge Burschen mit 90er Baujahr. Ich kenne keinen von ihnen. Schauen wir mal, was das wird.



Vor dem Start.

 

Es geht los. Zunächst sind zwei kleine Runden zu absolvieren. Danach folgen drei große Runden durch den Wald, um insgesamt 9,9 Kilometer voll zu bekommen. Messer und ich sind in der Mitte des Feldes und geben Gas. Schon nach der ersten Runde merke ich: Ich bin zu schnell. Messer ist direkt hinter mir. An seiner Atmung höre ich: Er ist auch zu schnell. Wir liegen auf Platz 10 und 11. Beide nehmen wir etwas Tempo heraus und werden sofort von mehreren Läufern überholt.

 

Als es in die großen Runden geht, haben wir unsere Wettkampfgeschwindigkeit. Es geht über kleine, wunderbare Trails, die in jeder Runde von drei „Schikanen“ unterbrochen werden. Dabei geht es vom Weg ab über kleine Hügel und Senken. Sehr schön. Auf einer kleinen Gegengerade kann man seine Position gegenüber den anderen Läufern kontrollieren. In der ersten großen Runde ist Messer knapp 10 Meter hinter mir. Wir halten unsere Positionen jetzt und können noch wenige Plätze gut machen. Ich setze mich etwas ab und komme gut in mein Tempo hinein. In Runde drei sind die Abstände so groß, dass weder nach vorn noch nach hinten etwas anbrennen kann. Auch Messer hat sich seinen Platz gesichert.



Los geht's!

 

44:11 Minuten zeigt die Uhr, als ich ins Ziel laufe. Platz 13 im Gesamtfeld. Nach 45:03 Minuten kommt Messer auf Platz 15 ins Ziel. Die jungen Burschen vorn haben uns ordentlich stehen lassen. Insgesamt landen wir im Mittelfeld. Mit den Zeiten sind wir zufrieden. Ich habe das Glück als dritter Starter der PD Göttingen ins Mannschaftsergebnis zu rutschen und bei den Mannschaften Vizemeister zu werden. Nicht schlecht. Ansonsten bleibt die Erkenntnis, dass das früher schneller ging und wir beiden Alten für die schnellen Sprints nicht mehr so ganz die nötige Frische besitzen.

 

Auf dem Weg zurück zeigt mir Messer, was es bedeutet, jahrelang bei der Autobahnpolizei gewesen zu sein. Er umfährt rasant einen Stau am Walsroder Dreieck und ich staune über so viel Klasse. Das hätte von den jungen Bubis vermutlich keiner so schnell hinbekommen…



Thomas Knackstedt

   



 

 

 

 

 

 

 

 

 

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