Sie laufen und laufen...        

        

Die Delligser Läufer sind viel unterwegs. Hier werdet ihr immer wieder Berichte von den Wettkämpfen der Delligser finden. Natürlich gibt es auch mal eine Homestory oder ein wenig Laufkunde. Lasst euch überraschen..

 

Wer unsere Gruppe nicht kennt: Wir laufen seit 1998 zusammen und sind mittlerweile über 20 Marathon- und Ultraläufer. 2008 haben wir in der Gruppe die schnellste Laufdurchquerung Deutschlands zu Fuß hinbekommen. Nach 2 Tagen und 22 Stunden waren wir in einer Staffel, ohne Unterbrechung, von Österreich nach Dänemark gelaufen. Ansonsten waren wir als Mannschaft bei den großen Marathons und Ultraläufen sehr erfolgreich und verfügen auch über ein paar verdammt schnelle Läuferinnen und Läufer. 


 

Legen wir also los...

 


Zum Laufen geboren.


Sie ist, und sie war, meine allerliebste Laufpartnerin. Daran wird sich in diesem Leben auch nichts mehr ändern. Als ich Sabine 1998 beim Hilskammlauf kennenlernte, ahnte ich noch nicht, was da auf mich zukam. Ich hielt mich bis zu diesem Zeitpunkt immer für einen sportlichen Überzeugungstäter der allerersten Klasse. Doch als ich Sabine näher kennenlernen durfte, wusste ich: Ich kenne Niemanden, der so für den Laufsport "brennt" wie sie. Mir war sehr schnell klar: Diese Frau ist zum Laufen geboren. 


Sie in den ersten Jahren bei all ihren Erfolgen begleiten zu dürfen, war ein Geschenk. Bei den großen Marathons hinter ihr herzuhecheln war so anstrengend wie fantastisch. Dann machte eine schwere Verletzung das Laufen über Jahre unmöglich und keiner von uns konnte da helfen. Doch bekanntlich heilt die Zeit alle Wunden. So kam Sabine zurück. So verrückt, ambitioniert und lichterloh brennend wie zuvor.



Zwei, die zum Laufen geboren wurden. Sabine und Arkadi.


In diesem Jahr erwischte Sabine wieder eine Verletzung und sie musste pausieren. Jetzt beginnt sie wieder mit dem Laufen und so konnten wir zwei Beiden heute eine Runde über den Hilskamm drehen. Zusammen mit Arkadi stapften wir durch den Schnee und genossen jeden einzelnen Meter.



Kurz vor der Feuerschneisenhütte.


Wer Sabine kennt, dem brauche ich nicht zu sagen, dass man von dem paar Monaten Pause nichts bemerkt hat. Mit Sabine zu laufen ist ungefähr so, als würde man ein Pony begleiten, das viel zu lange im Stall gestanden hat. Jeder Meter ist Freude pur und da spürt man. Allein dabeisein zu dürfen reicht schon aus, um den Tag gut werden zu lassen.



Kurze Pause im Winterland.


Wir liefen heute vom Langen Platz auf den Hilskamm hinauf bis zur Feuerschneisenhütte. Mit jedem Höhenmeter wurde die Schneedecke unter unseren Füßen ein bisschen dicker. Arkadi, ein absoluter Wald- und Schneeliebhaber, war kurz vorm Austicken, so sehr liebte er den heutigen Kurs.



Arkadi hatte heute seinen Spaß.


Sabine strahlte übers ganze Gesicht und da machten die paar Steigungen uns überhaupt nichts aus. Von der Feuerschneisenhütte konnten wir dem Winter direkt ins Gesicht schauen. Mit einer weißen Nebeldecke ließ er große Teile der Landschaft verschwinden.



Blick vom Hilskamm Richtung Duingen.


Wieder zu Hause machte ich einen großen Pluspunkt hinter diesen Lauf. Ich liebe es, mit Menschen meine Zeit zu verbringen, die für etwas "brennen." Egal ob das mein Freund Moritz ist, der bei Mathematik und Physik leuchtende Augen bekommt. Oder Blecki, der beim Anblick eines Fahrrades sofort seinen Puls beschleunigt. Und natürlich bei Sabine, die mir immer wieder zeigt, dass Laufen zu können ein verdammt großes Geschenk ist. Ich hoffe, das bleibt mir noch lange erhalten.



Thomas Knackstedt



Laufen begibt sich heute auf Zeitreise in das Jahr 2005. Da waren wir beim Paderborner Osterlauf. Hier der damalige Pressebericht:


Delligser Läufer überzeugen in Paderborn.


Beim 59. Paderborner Osterlauf gab sich, wie in jedem Jahr, die Weltelite im Straßenlauf ein Stelldichein. 1650 Männer und 350 Frauen starteten auf der Halbmarathonstrecke. Bei gutem Wetter siegte der Kenianer Sang in neuem Streckenrekord und der Weltklassezeit von 1:01 Stunden. Auch bei den Frauen siegte eine Kenianerin. Die schnelle Omwanza benötigte 1:11 Stunden für die Strecke und hatte nur in der Deutschen Spitzenläuferin Claudia Dreher, die mit 1:13 Stunden Platz 2 belegte, echte Konkurrenz.


Die Delligser schickten 9 Läufer ins Rennen. Vornweg machte Jörn Hesse das Rennen. Mit 1:16 Stunden lief er an seine Bestzeit heran. In einem von Anfang an schnellen, gleichmäßigen Rennen spulte Hesse die 3 Runden des Stadtkurses ab und landete in der Endabrechnung auf Platz 33. Hinter Hesse glänzte Rafael Rebitzky. Der Neuling im DSC Shirt zeigte, welches Potenzial in ihm steckt.  Mit 1:19 Stunden schrieb er eine neue Bestzeit ins schnelle Paderborner Pflaster und erreichte damit Platz 60.


Jürgen Bartsch startete fulminant, musste am Ende jedoch leichte Zeiteinbußen hinnehmen. Mit 1:22 Stunden und dem 105. Platz erzielte er eine ausgezeichnete Zeit. 5 Sekunden hinter Bartsch, auf Platz 108, passierte DSC Trainer Thomas Knackstedt, hochzufrieden mit diesem Ergebnis, die Ziellinie. Bei Thomas Griebel lief es von Anfang an nicht richtig rund. Er war mit 1:24 Stunden und Platz 134 nicht zufrieden. Mario Reichelt benötigte 1:33 Stunden für die Strecke. Er beendete den Halbmarathon ohne Probleme. Bernd Kohlenberg erwischte keinen guten Tag. Mit 1:40 Stunden und Platz 649 blieb er hinter seinen Erwartungen zurück. Thomas Ahrens, auf Platz 768, in einer Zeit von 1:43 Stunden, hatte sich ebenfalls eine bessere Zeit ausgerechnet.



Jürgen vornweg...


Silvia Kühl, als einzige DSC Frau am Start, spulte ihr Pensum absolut gleichmäßig herunter. Sie machte Platz für Platz gut und lief mit 1:42 Stunden eine neue Bestzeit. Damit landete sie bei den Frauen auf Platz 52. Alles in allem kann man mit den gezeigten Leistungen zufrieden sein.



... der Doc knapp dahinter.


Auf dem Weg zu den Marathons in Hamburg und Hannover bleibt noch Zeit genug, der Form den letzten Schliff zu geben. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass der Osterlauf aus dem vollen Training heraus absolviert wurde und am Mittwoch vor dem Start eine 30 Kilometer Intervalleinheit auf dem Plan stand, sind die gezeigten Leistungen vielversprechend.



Thomas Knackstedt



Hoch und Runter.


Das war das Motto des Mittwochtrainings. Es kam nicht darauf an, besonders schnell zu laufen, sondern es ging lediglich darum eine anspruchsvolle Strecke im Unterhaltungstempo zusammen zu laufen.



Unsere "Mädels" vor dem Ziel des Marienburgmarathons.


Dazu fanden sich Annike, Messer, Roman, Jan, Mario, Karsten und ich ein. Die Strecke ging von Delligsen  nach Grünenplan. Dort auf den Bocksberg und wieder hinunter. Anschließend die Heilige Aue hinauf und ebenfalls wieder runter. Danach ging es zurück nach Delligsen.


Wir liefen locker los und mussten die Lampen einschalten. Der Anstieg zum Bocksberg hatte es in sich. Da dürfen auch in langsamer Geschwindigkeit einige Schweisstropfen erzeugt werden. Zudem war es kalt, die meisten von uns liefen mit Handschuhen.


In Grünenplan trennten wir uns. Da Roman noch immer ein bisschen "Rücken" hat, schenkte er sich die Heilige Aue. Damit er nicht allein laufen musste, begleiteten ihn Annike und Messer. Mario, Karsten, Jan und ich hechelten noch den Berg hinauf und ließen es dann nach Delligsen hinunter laufen.


Das war ein angenehmer Trainingsabend. In der Gruppe zusammen laufen und über alles reden, was einem so durch den Kopf geht; was kann es Schöneres geben?



Thomas Knackstedt