Schreiben und Lesen...

        

... das gehört zusammen wie gutes Training und ein schneller Wettkampf. Es muss aber nicht immer mit Laufen zu tun haben. Hier bekommt ihr jeweils eine Story angeboten, die sich ums Laufen dreht, oder auch nicht.


 

 



Alles auf Null.

Das Neue Jahr beginnt für alle engagierten Läufer immer mit einem kleinen Schock. All die Kilometer, die man im letzten Jahr abgespult hat und auf die man so stolz war, sind weg. Eine Katastrophe. Im Trainingstagebuch steht eine 0. Um die in die gleiche Zahl, mit der man das letzte Jahr beendet hat zu verwandeln, wartet eine Menge Arbeit.


Letztendlich ist das eine Frage der Einstellung. Das letzte Jahr ist Geschichte. Man darf stolz auf seine Leistung sein und stellt sich jetzt wieder einer neuen Herausforderung. Und Herausforderungen sind nun einmal dazu da, dass man sie annimmt. Wenn wir Läufer das nicht machen, wer denn sonst?


Mein Sportjahr 2025 endete mit gelaufenen 2707 Kilometern. Dazu gesellten sich 7200 Radkilometer und 324 Kilometern auf dem Rudergerät. Damit konnte ich die Distanzen, die ich mir am Anfang des Jahres vorgenommen hatte, leicht übertreffen. Das hat natürlich auch mit einer Menge Glück zu tun, denn ich war 2025 nicht einen einzigen Tag krank. Das ist die Grundbedingung für solche Umfänge.


Im neuen Jahr werde ich mich auf die Deutschen Meisterschaften im Marathon in Hannover vorbereiten. Die finden Anfang April statt. Meine Erfahrung aus den letzten Jahren zeigt mir, dass eine Teilnahme dort kein Selbstläufer ist. Meine letzten Marathonrennen waren okay, aber ich musste einige Vorbereitungen verletzungsbedingt abbrechen und die Ergebnisse der Marathonstarts waren zwar akzeptabel, entsprachen aber nicht meinen Vorstellungen. Das alles ist kein Beinbruch, mittlerweile starte ich in der M65, da darf man dem lieben Herrgott danken, dass man noch immer laufend und Rad fahrend unterwegs sein darf.



So schnell wie 2004 in Celle geht es heute nicht mehr. 


Insofern starte ich in diesem Jahr wieder bei Null und sehe mal, was geht. Vorgaben für das Jahr schenke ich mir. Ich werde so viele Kilometer abspulen, wie ich hinbekomme. Wichtig ist dabei vor allem der Spaß an der Sache. Der darf mittlerweile den Leistungsgedanken ablösen. Das A und O ist jedoch die Gesundheit. Nur wenn die stimmt, kann man seine Ziele, Wünsche und Träume erfüllen.


Lasst Euch also von der 0 nicht abschrecken. Im Gegenteil. Seht sie als Chance, als Aufgabe, als Challenge. Wie sagte mein Freund Michael, kurz vor meinem ersten Marathon, in Bezug auf die Vorbereitung, zu mir: „Jeder Kilometer zählt.“ Heute, 28 Jahre später, weiß ich wie Recht er damit hatte.


Thomas Knackstedt